Für viele ist der Limburger Bischofssitz noch immer "der Protzbau" von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der vor fast einem Jahr sein Amt aufgeben musste. Für 31 Millionen Euro hatte er sich seinen Sitz verschwenderisch umbauen lassen. Nun will das Bistum die Residenz entzaubern, indem es diese für Veranstaltungen öffnet. Der Bischofssitz soll laut dem stellvertretenden Bistumsleiter Wolfgang Rösch nach und nach für die Menschen im Bistum erschlossen werden. Ab April sollen kirchliche Gruppen aus dem Bistum durch die Residenz geführt werden.

Um Glaubwürdigkeit durch Transparenz zurückzugewinnen, soll der Bischofssitz künftig für Seminare, Gremiensitzungen oder Veranstaltungen von kirchlichen Gruppen im Bistum genutzt werden. Bei der Vorstellung des Konzeptes durften Medienvertreter erstmals die edel ausgestattete, 280 Quadratmeter große Privatwohnung des Bischofs besichtigen, die sich über zwei Etagen erstreckt. Zur neuen Residenz gehören neben der Wohnung eine Privatkapelle sowie Büro- und Konferenzräume.

Der Amtssitz sei sicherlich zu einem Symbol für die Kosten geworden, sagte Rösch vor dem Rundgang. Doch sei er auch mit Fantasie aufgeladen worden. Goldene Wasserhähne gebe es in dem Bau nicht, dafür Fensterrahmen aus Bronze, beleuchtete Treppenstufen, Inschriften in Bodenplatten, einen Teich für Zierfische, maßgefertigte Möbel, Antiquitäten und Kunst, sowie die vielfach erwähnte freistehende Luxusbadewanne. Allein das Koi-Becken hat laut dem kircheninternen Prüfbericht 213.000 Euro gekostet. 

Wegen der Affäre um die Kostenexplosion, den damit verbundenen Verschwendungsvorwürfen und Streit um seine Amtsführung wurde Tebartz-van Elst Ende März 2014 aus Limburg abberufen. Eine bischöfliche Prüfungskommission kam zu dem Ergebnis, dass er kirchliche Vorschriften umgangen und die Baukosten in die Höhe getrieben hatte. Van Elst hat mittlerweile einen Posten in Rom. Der 55-Jährige hat ein Amt als Sekretär im Vatikan übernommen.

Die Veranstaltungen und Führungen sollen solange in Limburg stattfinden, bis ein neuer Bischof kommt. Wann dieser gewählt wird, ist noch völlig ungewiss. Dieser solle dann entscheiden, ob er hier einziehe, sagte Rösch. Man werde aber sicher kein zweites Bischofshaus bauen.