Der frühere italienische Fußball-Nationaltrainer Arrigo Sacchi hat mit rassistischen Aussagen Empörung ausgelöst. "Italien hat keine Würde, keinen Stolz: Es ist nicht möglich, dass wir Mannschaften mit 15 Ausländern haben", soll der 68-Jährige laut italienischen Medien am Rande einer Preisverleihung gesagt haben. "In unseren Nachwuchsteams gibt es zu viele farbige Spieler."

Später rechtfertigte sich der frühere Nachwuchskoordinator für seine Wortwahl, warf den Medien aber gleichzeitig vor, ihn missverstanden zu haben. "Meine Aussagen wurden verdreht, ich bin kein Rassist", sagte er der Gazzetta dello Sport. "Ich habe nur gesagt, dass ich ein Spiel gesehen habe mit einem Team, das vier farbige Spieler aufgestellt hat. Ich wollte unterstreichen, dass wir unseren Stolz und unsere nationale Identität verlieren", sagte der ehemalige Trainer des AC Mailand.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sacchi mit abwertenden Kommentaren zu ausländischen Spielern auffällt. Bereits im Sommer 2013 hatte er gesagt, er könne nicht mehr erkennen, dass es sich "um eine italienische Meisterschaft handelt", wenn er die Namen der Spieler anschaue.

Rassistische Angriffe auf ausländische Spieler

Italien diskutiert seit einiger Zeit über die Zahl ausländischer Profis in der Serie A, auch Verbandspräsident Carlo Tavecchio hatte im vergangenen Jahr mit rassistischen Aussagen in dieser Debatte für einen Eklat gesorgt. Der Einsatz von Spielern mit ausländischen Wurzeln wie Mario Balotelli und Stephan El Shaarawy in der Nationalelf des Landes wurde in Italien ebenfalls lange diskutiert.

Balotelli und auch andere Spieler wurden in den vergangenen Jahren immer wieder rassistisch beleidigt, einige Spiele wurden deswegen abgesagt.