Angela Merkel hat als Reaktion auf den Absturz des Airbus A320 von Germanwings alle ihre Termine abgesagt. Merkel telefonierte mit dem französischen Präsidenten François Hollande und dem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy. "Der Absturz der deutschen Maschine mit über 140 Menschen an Bord ist ein Schock, der uns in Deutschland – und die Franzosen und Spanier – in tiefe Trauer stürzt", sagte Merkel. Sie betonte, es gebe noch nicht viele Informationen über die Ursache des Absturzes. Jede Spekulation verbiete sich. Merkel will Mittwoch mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zur Absturzstelle reisen.

"Jetzt ist die Stunde, in der wir alle große Trauer empfinden", sagte Merkel weiter. Das Ausmaß des Leides, das über so viele Menschen gekommen sei, sei unermesslich. Die Regierung werde alles daran setzen, die Angehörigen zu unterstützen. Frankreich, Spanien und Deutschland würden sich in jeglicher Form gegenseitig helfen.

Im Telefonat mit Merkel sicherte François Hollande der Bundeskanzlerin seine Hilfe zu. "Es ist eine Tragödie auf unserem Boden", hatte der französische Präsident zuvor gesagt. Die deutsche Botschafterin in Paris, Susanne Wasum-Rainer, und Innenminister Bernard Cazeneuve begaben sich in die Nähe des Absturzortes. Der Absturzort selbst ist laut der französischen Regierung mit Fahrzeugen nicht erreichbar. 

EU-Ratspräsident Donald Tusk sprach sein Mitgefühl aus. "Lassen Sie mich den Regierungen der betroffenen Nationen meine Sympathie und meine Solidarität aussprechen, darunter dem französischen Präsidenten, der deutschen Kanzlerin und dem spanischen Premierminister", schrieb Tusk in einer Mitteilung. Zudem sprach er im Namen der Europäischen Union den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Beileidsbekundungen kamen auch von Wladimir Putin. "Russland teilt die Trauer jener, die bei dieser Tragödie ihre Angehörigen verloren haben", zitiert der Kreml den russischen Präsidenten. 

Reaktionen von Gauck, Steinmeier, Gabriel, Maas

Bundespräsident Joachim Gauck reagierte bestürzt auf die Nachricht vom Absturz. Seine Gedanken seien bei den Familienangehörigen und Freunden der vielen Opfer, sagte Gauck. "Ihnen gilt meine tief empfundene Anteilnahme. Mögen sie in dieser schweren Zeit Kraft und Trost finden." Zugleich kündigte Gauck an, seine laufende Südamerika-Reise abbrechen zu wollen. Gauck dankte allen, "die nun an verschiedensten Stellen Hilfe leisten und den Betroffenen zur Seite stehen".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich bestürzt und sprach von einer schrecklichen Nachricht. "Unsere Gedanken sind bei denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Opfern sind", schrieb Steinmeier auf Twitter. Steinmeier versprach eine enge Kooperation mit der französischen Seite. "Wir werden auf das Engste zusammenarbeiten. Ich will schon jetzt den französischen Behörden danken, die sofort und umsichtig gehandelt haben", sagte Steinmeier.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel drückte auf Facebook sein Mitgefühl aus. "Wir alle sind fassungslos angesichts dieser schrecklichen Katastrophe, die so viele Menschen aus dem Leben gerissen hat. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen. Ihnen gilt unser Mitgefühl", schreibt Gabriel. Er empfinde tiefe Trauer.

Bundesjustizminister Heiko Maas spricht von einer "schrecklichen Tragödie". Er sei erschüttert und in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen, schreibt Maas auf Twitter.

Kirchen bekunden Mitgefühl

Die deutschen Bischöfe reagierten mit "großer Bestürzung und tiefem Schmerz" auf den Absturz. "Wir gedenken der Opfer dieses Unglücks, das Menschen plötzlich und unerwartet mitten aus dem Leben gerissen hat", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof  Heinrich Bedford-Strohm, zeigte sich fassungslos. "Die Nachricht von dem Unglück und der Tod von so vielen Menschen machen uns fassungslos. In Gebeten und Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen", sagte Heinrich Bedford-Strohm.   

Beim Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 sind alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Zunächst war von 148 die Rede. Der A320 war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den südfranzösischen Alpen verunglückt.