Der Oberbürgermeister von Magdeburg, Lutz Trümper, erhält Morddrohungen von Rechtsextremisten. Binnen weniger Tage seien mehrere Briefe mit eindeutigen Botschaften eingegangen, darunter Hakenkreuze oder auch SS-Runen, berichten regionale Zeitungen. Der 59-jährige Sozialdemokrat ist seit 2001 Oberbürgermeister in der Landeshauptstadt
Sachsen-Anhalts. Derzeit steht er im Wahlkampf um eine weitere Amtszeit, am Sonntag stimmen die Wähler ab.
Drohszenarien gegen Amtsträger häufen sich. Vor wenigen Tagen war der ehrenamtliche Ortsvorsteher des Sachsen-Anhalter Ortes Tröglitz zurückgetreten, weil Neonazis vor seinem Haus gegen die geplante Unterbringung von Asylbewerbern protestieren wollten. Bürgermeister Markus Nierth sah sich durch die Versammlungsbehörde nicht ausreichend geschützt.
Der Magdeburger Trümper, der sich seit Jahren gegen Neonazi-Aufmärsche in seiner Stadt engagiert, will sich nicht einschüchtern lassen. "Ich versuche,
soweit es geht, das normale Leben weiterzuleben", sagte er. Auf seinem Programm stehen derzeit Wahlkampftermine, Diskussionsrunden und Treffen mit anderen
Oberbürgermeistern Ostdeutschlands. Bis auf Weiteres wird Trümper laut Auskunft des Rathauses von Leibwächtern des Landeskriminalamtes begleitet.
Trümper forderte ein generelles Demonstrationsverbot vor den Wohnungen von
Bürgermeistern. Der richtige Ort, um gegen einen Bürgermeister zu
protestieren, sei zum Beispiel das Rathaus, sagte er der
Deutschen Presse-Agentur dpa. Bund und Länder müssten hier die gesetzlichen
Regelungen schaffen – sowohl für ehrenamtliche als auch hauptamtliche
Bürgermeister.