Der mexikanischen Regierung ist ein weiterer Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Einsatzkräfte konnten den Anführer des mexikanischen Drogenkartells Los Zetas aufspüren und festnehmen. Omar Treviño Morales alias Z-42 sei in der Ortschaft San Pedro Garza García im Bundesstaat Nuevo León im Norden des Landes gefasst worden, teilten die Behörden mit. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte ein Kopfgeld von 30 Millionen Pesos (1,8 Mio Euro) auf ihn ausgesetzt, die USA eine Belohnung von fünf Millionen Dollar.

Omar Treviño Morales war im Sommer 2013 nach der Festnahme seines Bruders Miguel Ángel Treviño Morales – bekannt als Z-40 – an die Spitze der Zetas gerückt. Mit seiner Festnahme sei "der letzte gefestigte Anführer der Zetas geschnappt" worden, sagte der frühere Leiter der Auslandsabteilung der US-Drogenfahndungsbehörde DEA, Mike Vigil. Nun deute sich ein Zerfall des Kartells in Splittergruppen an, dabei drohe ein gewaltsamer Verteilungskampf.

Los Zetas wurde von desertierten Elitesoldaten gegründet und diente zunächst dem Golf-Kartell als bewaffneter Arm. Später machte sich die Gruppe selbstständig und ist heute vor allem im Osten des Landes aktiv. Los Zetas sind in Drogen- und Menschenhandel sowie Schutzgelderpressung verwickelt. Ihre Mitglieder sind bekannt für ihre Brutalität und Skrupellosigkeit im Umgang mit Gegnern und bei der Durchsetzung eigener Interessen.     

Mexikos Drogenkrieg tötet Tausende

Im mexikanischen Drogenkrieg wurden in den vergangenen Jahren mindestens 80.000 Menschen getötet. Die USA werfen Treviño vor, für mehrere Morde und Entführungen in der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo verantwortlich zu sein und einen groß angelegten Kokainschmuggel in die USA organisiert zu haben. Treviño selbst brüstete sich im Jahr 2010 damit, mehr als tausend Menschen umgebracht zu haben, während sein Bruder Miguel 2.000 Morde verübt haben soll. Der Vorgänger der beiden Brüder als Kartellchef, Heriberto Lazcano, war 2012 bei einem Militäreinsatz im Oktober 2012 getötet worden.

Die Verhaftung von Z-42 war bereits der zweite schwere Schlag gegen das organisierte Verbrechen in Mexiko innerhalb einer Woche. Erst am vergangenen Freitag hatte die Polizei den Chef des Tempelritter-Kartells, Servando Gómez Martínez alias La Tuta, gefasst. Nach Einschätzung der Polizei ist das Drogenkartell Caballeros Templarios jetzt weitgehend zerschlagen. "Der oberste Anführer ist hinter Gittern. Ohne Zweifel hat die Gruppe damit größtenteils ihre Struktur verloren", sagte der Chef der Bundespolizei, Enrique Galindo, am Montag im Interview des Fernsehsenders Televisa.

Seit Beginn des vergangenen Jahres seien über 1.500 Verdächtige mit Kontakten zu den Tempelrittern gefasst worden. Die Festnahme von La Tuta sei der Höhepunkt des Polizeieinsatzes gewesen, sagte Galindo. Die Tempelritter waren 2011 aus der Familia Michoacana hervorgegangen und kontrollierten zeitweise weite Teile des Bundesstaates Michoacán im Westen des Landes. Im vergangenen Jahr drängten staatliche Sicherheitskräfte und Bürgerwehren die Bande immer weiter zurück.