Zwei Leipziger sind von einem Gericht in Singapur wegen Vandalismus zu neun Monaten Haft und drei Stockschlägen verurteilt worden. Die beiden Männer hatten im November Graffitis auf einen U-Bahn-Waggon gesprüht. Die Strafe sei auch als Abschreckung für andere gedacht, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. 

Auf Vandalismus steht im Singapurer Gesetzbuch eine Kombination aus Prügel- und Haftstrafe – eine Bestrafung, die aus der britischen Kolonialzeit stammt. Die Prügelstrafe wird mit einem Rohrstock auf den nackten Po vollstreckt. Verteidiger Christopher Bridges hatte auf fünf Monate Haft und drei Stockschläge plädiert. Ob er in Berufung geht, war zunächst offen.

Die 21 und 22 Jahre alten Männer zeigten vor Gericht vergeblich Reue: "Dies ist die dunkelste Episode in meinem Leben", sagte der Ältere. "Ich ärgere mich wegen dieser dummen Tat über mich selbst." Der Jüngere versprach, nie wieder so etwas zu tun. "Ich muss mich nicht nur bei Ihnen, sondern auch bei meiner Familie entschuldigen, die ich so beschämt habe", sagte er.

Die beiden stellten die Angaben, die die Staatsanwaltschaft vortrug, nicht infrage: Sie waren am 7. und 8. November in das U-Bahn-Depot Bishan eingedrungen und hatten den Waggon besprüht. Der Richter sprach von einer vorsätzlichen Tat, weil sie den Tatort zunächst ausgespäht hatten. Die beiden waren anschließend geflohen. Sie wurden zwei Wochen später in Malaysia festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Diese Zeit soll auf die Strafe angerechnet werden. Sie kämen demnach im August frei. Die beiden kamen laut Anklage aus Australien. Sie sollen dort gearbeitet haben.

Ihr Anwalt Christopher Bridges plädierte vor dem Richter auf Milde: "Seit ich die beiden das erste Mal gesprochen habe, habe ich einen deutlichen Wandel in ihnen gesehen: Ich glaube, sie bereuen (ihre Tat) zutiefst", sagte er.

Die beiden waren in Handschellen in den Gerichtssaal geführt worden. Sie trugen weiße T-Shirts mit der Aufschrift "Gefangener" auf dem Rücken. Vor dem Richter waren die zwölf Sprühdosen als Beweismaterial aufgestellt, die die Polizei in dem Depot gefunden hatte.

Harte Strafen für Vandalismus und Drogenbesitz

Ein Schweizer war 2010 für das gleiche Vergehen ebenfalls mit mehreren Monaten Haft und drei Stockschlägen bestraft worden. Vandalismus wird mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldbuße von umgerechnet 1.300 Euro bestraft. Zudem drohen bei diesem Straftatbestand laut Gesetz drei bis acht Stockhiebe.

Deutlich schärfer werden in Singapur regelmäßig Menschen verurteilt, denen Drogendelikte nachgewiesen werden. Auch Ausländern droht dann unter Umständen sogar die Todesstrafe, die in einzelnen Fällen auch schon vollstreckt wurde.