Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Das geht aus den vorläufigen Angaben der Landeskriminalämter hervor, wie die Welt am Sonntag berichtet. Erst 2013 hatte die Zahl mit 149.500 Fällen den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht.

Der WamS zufolge ermittelten die Bundesländer für 2014 einen Anstieg um 1,5 Prozent. Da die Zahlen für Rheinland-Pfalz noch nicht vorliegen, sind noch Abweichungen möglich. Auch Nachmeldungen der Länder können das Ergebnis noch leicht ändern. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik Anfang Mai vorstellen.

Am stärksten stieg die Einbruchszahl in Bayern mit 28,6 Prozent. Auf die Zahl der Wohnungen gerechnet, ist das Einbruchsrisiko in Bayern aber weiterhin geringer als in anderen Bundesländern. In Baden-Württemberg wurden gut 19 Prozent mehr Einbrüche gemeldet, ein Anstieg im achten Jahr in Folge. Seltener eingebrochen wurde hingegen in Thüringen (-11,3 Prozent), Niedersachsen (-7 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (-3,9 Prozent).

Einbruchszahlen steigen kaum noch

Verglichen mit den Vorjahren stiegen die Wohnungseinbrüche damit weniger stark. 2012 gab es einen Zuwachs von 8,7 Prozent, 2013 um 3,7 Prozent. Der Tiefstwert wurde 2006 mit weniger als 110.000 Einbrüchen erreicht. In den neunziger Jahren hatte der Wert hingegen etwa bei 230.000 gelegen.  

Dennoch forderte de Maizière, dass einbruchshemmende Sicherungsmaßnahmen an Wohnungen künftig steuerlich absetzbar sein müssten. Da vier von zehn Einbrüchen "im Versuchsstadium" scheiterten, zeige sich, wie wirksam Schutzmaßnahmen sind, sagte er. Zudem müssten neue Polizeimethoden wie das "predictive policing" genutzt werden, mit der Tatmuster mittels großer Mengen Daten vermeintlich vorhergesagt werden können. "Predictive policing" ist wegen befürchteter Eingriffe in die Privatsphäre umstritten.

Bezüglich der Steueranreize gab sich der Koalitionspartner SPD offen. Burkhard Lischka, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion bezeichnete die steigende Zahl der Einbrüche als gravierendes Problem, das viele Bürger verunsichere. Lischka zeigte sich zuversichtlich, zusammen mit der Union zeitnah Maßnahmen beschließen zu können.