In Solingen ist eine Flüchtlingsunterkunft mit Nazi-Symbolen beschmiert worden. Der Hausmeister habe am Donnerstagmorgen auf der Fassade und dem Gehweg vor der Unterkunft je zwei Hakenkreuze entdeckt, teilte die Polizei mit. Der Staatsschutz ermittelt.

In letzter Zeit war es vermehrt zu Angriffen auf geplante Flüchtlingsunterkünfte gekommen. Anfang der Woche hatten Unbekannte im niederrheinischen Moers Hassparolen und Hakenkreuze an die Wand eines ehemaligen Hotels geschmiert, das die Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen hatte. Ein Gebäude im sachsen-anhaltinischen Tröglitz, das Flüchtlingsunterkunft werden sollte, war Anfang April in Brand gesteckt worden. Wie in Moers und Solingen haben Polizei und Staatsschutz auch in Tröglitz noch keine Spur zu den Tätern.

Solingen war bereits Anfang der 1990er Jahre neben Mölln und Rostock-Lichtenhagen zu einem Hauptschauplatz von Fremdenhass geworden: Am 29. Mai 1993 hatten vier junge Neonazis das Haus einer türkischen Familie in Brand gesteckt, fünf Menschen kamen dadurch ums Leben. Am Freitag feiert Solingen den 70. Jahrestag der Befreiung von den Nationalsozialisten durch die US-Armee.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel forderte angesichts der sich häufenden Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland eine Geste der Solidarität von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Die Kanzlerin muss mit einem Besuch einer Flüchtlingsunterkunft ein klares Zeichen gegen Fremdenhass setzen", sagte Schäfer-Gümbel dem Berliner Tagesspiegel.