In einem Video behauptet die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die Ruinen der 3.000 Jahre alten Stadt Nimrud im Irak zerstört zu haben. Die Aufnahmen zeigen Kämpfer, die das Unesco-Weltkulturerbe mit Vorschlag- und Presslufthämmern, einem Bagger und Sprengstoff dem Erdboden gleich machen. Nimrud liegt 30 Kilometer südöstlich der vom IS gehaltenen Stadt Mossul.

Das Video wurde am Samstagabend online gestellt. Ein Sprecher des Altertumsministeriums im Irak sagte, die Aufnahmen seien authentisch. Anfang März hatten der Irak und die Vereinten Nationen offiziell mitgeteilt, Nimrud sei geplündert und beschädigt worden. Die Unesco bezeichnete die Zerstörung der Stadt als Kriegsverbrechen.

Die gezeigten Aufnahmen lassen vermuten, dass die Stätte am Ufer des Tigris vollständig zerstört wurde. Unter anderem ist zu sehen, wie die Islamisten Pulverfässer in einen Raum mit Darstellungen assyrischer Gottheiten rollen. Danach ist eine gewaltige Explosion zu sehen.

Die antike Stadt Nimrud wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war zeitweise Hauptstadt des assyrischen Reiches. In der assyrischen Ära hieß die Stadt Kalach oder Kalchu – Nimrud ist ihr späterer arabischer Name.

Alle Götterbilder beseitigen

Ein Kämpfer sagt in dem Video, Gott habe die IS-Kämpfer aufgefordert, alle Götterbilder und Statuen zu beseitigen. "Wann immer wir irgendwo die Zeichen des Götzendienstes beseitigen können, werden wir das tun", sagt einer der Islamisten am Ende des Videos.

Die Zerstörungen sind Teil einer systematischen Kampagne, um das geschichtliche Erbe der Region auszulöschen. Gemäß der Ideologie der Dschihadisten sind Götterbilder und Heiligengräber verboten, da nichts außer Gott selbst angebetet werden dürfe.

Der IS, der in seinem "Kalifat" ein Drittel der Fläche des Iraks und Syriens besetzt hält, hat in den vergangenen Wochen immer wieder alte Kulturgüter zerstört, etwa in Mossul. Die Behörden gehen aber auch davon aus, dass der IS einige Kunstgegenstände auf dem Schwarzmarkt verkauft.