Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft das mit dem Iran erzielte Rahmenabkommen über das Atomprogramm des Landes gelobt. Es sei eine Gelegenheit, die Welt sicherer zu machen. Die Einigung zwischen dem Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland könne ein endgültiger Schritt in Richtung einer sichereren und brüderlicheren Welt sein.    

In seiner Ansprache forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche eine Ende der Gewalt und der Verfolgung in Afrika und dem Nahen Osten. "Ich denke insbesondere an die jungen Menschen, die am Donnerstag in der Universität von Garissa in Kenia getötet wurden", sagte der Papst mit Blick auf das Massaker der somalischen Islamistenmiliz Al-Shabaab, bei dem 148 Menschen in Nordkenia getötet worden waren.   

Angesichts der immensen menschlichen Tragödien in Syrien und dem Irak forderte Franziskus die Staatengemeinschaft auf, nicht tatenlos zu bleiben. Er äußerte den Wunsch, dass der Lärm der Waffen aufhöre und das gute Zusammenleben der Volksgruppen wiederhergestellt werde. Der Papst verurteilte außerdem die Gewalt in Libyen und rief zu Friedensbemühungen im Nahost-Konflikt sowie im Jemen und in der Ukraine auf.

Es war nicht seine erste Mahnung an die Welt während dieser Ostertage. Schon in der Karfreitagsliturgie hatte der päpstliche Hausprediger Raniero Cantalamessa den Westen wegen seiner Untätigkeit kritisiert. Der wasche seine Hände in Unschuld wie einst Pilatus. Franziskus selbst sagte beim anschließenden Kreuzweg am römischen Kolosseum, wer zum Leid verfolgter Christen schweige, mache sich zum stillen Komplizen.

Ein Sprecher des Vatikan hatte im vergangenen Monat die UN wegen der Situation im Nahen Osten zum Handeln aufgefordert. Er hatte dabei Gewalt gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" nicht ausgeschlossen. Eine militärische Intervention gegen den IS in Syrien und im Irak sei gerechtfertigt, wenn alle anderen Wege zur Lösung des Konflikts ausgeschöpft seien. 

Christen auf der ganzen Welt feiern Ostern

Zur Ostermesse hatten sich Zehntausende Gläubige trotz strömenden Regens auf dem Petersplatz in Rom zur traditionellen Ostermesse eingefunden. Von der Loggia des Petersdoms sprach Papst Franziskus abschließend den traditionellen Segen "Urbi et Orbi".

In Garissa kamen trotz des Schocks nach dem Anschlag vom Donnerstag Gläubige zum Ostergottesdienst. Sicherheitskräfte bewachten die katholische Kirche von außen. Der aus Malta stammende Bischof Joseph Alessandro dankte allen Gläubigen, die trotz der Tragödie ihre Angst überwunden hätten und den Gottesdienst besuchten.

In der Grabeskirche in Jerusalem fanden sich am Ostersonntag ebenfalls viele Gläubige ein. An dem Ort wurde Jesus dem Glauben nach gekreuzigt und begraben. Später sollte in der Geburtskirche in Bethlehem ebenfalls eine Messe stattfinden.