Spanische Behörden haben eine islamistische Terrorzelle zerschlagen, die in Zusammenarbeit mit einem Neonazi mindestens eine Entführung und eine öffentliche Enthauptung geplant haben soll. Zehn der elf in der Region Barcelona festgenommenen Gruppenmitglieder, unter ihnen eine Frau und ein Minderjähriger, wurden nach Justizangaben am Freitag der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation beschuldigt. Dem Neonazi werden Komplizenschaft sowie illegaler Besitz eines Waffenarsenals mit Sprengstoff zur Last gelegt. Acht Verdächtige befinden sich den Angaben zufolge in Untersuchungshaft.

Die Terroristen hätten unter anderem geplant, ein Opfer – wie es die Terrormiliz IS bei Enthauptungen in Syrien und im Irak tut – in einen orangefarbenen Overall zu stecken und vor laufenden Kameras zu töten, berichteten die Agentur Efe und andere Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft am nationalen Gerichtshof. Vorbild der Terroristen soll der Anschlag von London 2013 gewesen sein. Damals hatten Islamisten einen britischen Soldaten auf offener Straße mit einer Machete enthauptet.

Der Chef der Gruppe, ein zum salafistischen Islam konvertierter spanischer Friseur, soll zusammen mit dem Neonazi einen Angriff auf einen jüdischen Buchladen in Barcelona erwogen und weitere Anschläge auf Synagogen, das katalanische Parlament oder Polizeiwachen vorgeschlagen haben. Für die Gruppe Islamische Bruderschaft für die Verkündigung des Dschihad mit Kontakt zur Terrororganisation IS sollten Kämpfer rekrutiert werden.

Elf mutmaßliche Dschihadisten waren am Mittwoch in verschiedenen Städten Kataloniens festgenommen worden. Bei Razzien wurden Granaten, Schusswaffen und Messer sowie Material zur Herstellung von Bomben sichergestellt. Sieben der Festgenommenen wurden am Freitag in Untersuchungshaft genommen, drei unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt und ein 17-Jähriger in eine Jugendanstalt gebracht. Es handle sich um Spanier, Marokkaner und einen Paraguayer, teilte die katalanische Polizei mit.