"Es tut mir unendlich leid, was ich getan habe", sagte der Sanel M., der Angeklagte im Prozess um den gewaltsamen Tod der 23-jährigen Tuğçe, am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, was ich der Familie für Leid und Schmerzen angetan habe." Er räumte ein, Tuğçe "eine Ohrfeige" gegeben zu haben, sodass sie hingefallen sei. "Ich habe niemals mit ihrem Tod gerechnet", sagte Sanel M.

Der 18-Jährige muss sich vor einer Jugendkammer wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Er soll Mitte November vor einem Schnellrestaurant in Offenbach Tuğçe Albayrak geschlagen haben, die daraufhin mit dem Kopf auf den Boden schlug. Sie erlag später ihren schweren Verletzungen. 

Ihr Tod hatte bundesweit Anteilnahme ausgelöst. Vor allem ihre Zivilcourage wurde gewürdigt, weil sie zuvor in einen Streit zwischen der Gruppe um Sanel M. und zwei jungen Mädchen eingeschritten sein soll. Nach der Aussage von Sanel M. wurde die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen.