Der bislang unbekannte Filmer der tödlichen Polizeischüsse von South Carolina hat erklärt, warum er sein Handy gezückt und den Vorfall in der Stadt North Charleston gefilmt hat.

Als sich der Vorfall ereignete, sei er gerade auf dem Weg zur Arbeit gewesen. Bevor er die Aufnahme startete, hätten der Polizist und der 50 Jahre alte Afroamerikaner eine körperliche Auseinandersetzung gehabt, sagte der junge Mann dem TV-Sender NBC. Er habe mit der Aufnahme begonnen, als er das Geräusch einer Elektroschockpistole gehört habe.

"Sie waren auf dem Boden. Ich erinnere mich, dass der Polizist die Kontrolle über die Situation hatte", sagte der Augenzeuge. Das Opfer habe nur noch weglaufen wollen und sei keine Bedrohung gewesen. "Herr Scott versuchte nur, von dem Elektroschocker wegzukommen."

Das Video zeigt, wie der Polizist im Anschluss auf den Rücken des weglaufenden, unbewaffneten Schwarzen schießt. Scott fällt knapp neun Meter später auf den Boden. Auf dem Video ist außerdem zu sehen, dass der Polizist neben den am Boden liegenden Mann einen Gegenstand wirft. Beobachtern zufolge könnte es sich dabei um eine Elektroschockpistole handeln.

Der Urheber hatte das Video der Familie des Opfers übergeben und mit den Ermittlern zusammengearbeitet. Der Anwalt der Angehörigen bezeichnete den Filmer als einen "Helden". Der Polizist muss sich vor Gericht wegen Mordes verantworten und wurde mittlerweile entlassen