Die deutsche Fregatte Hessen, die italienische Küstenwache und andere Schiffe haben im Mittelmeer insgesamt 2.220 Migranten gerettet. Die Menschen seien am Himmelfahrtstag in elf Rettungsaktionen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Küstenwache mit. Nach Angaben der deutschen Marine nahm die Fregatte mehr als 200 Flüchtlinge an Bord. Auch Italiens Marine und die private maltesische Rettungsmission Migrant Offshore Aid Station (MOAS) waren an den Einsätzen beteiligt.

Die Hessen nahm am Nachmittag zunächst 107 Menschen auf, die in einem Schlauchboot auf dem Meer trieben. Zwei Stunden später habe sie weitere 102 in Seenot geratene Flüchtlinge an Bord geholt, teilte das Einsatzführungskommando mit.

Die 209 Flüchtlinge, die nordöstlich und nördlich der libyschen Hafenstadt Tripolis gerettet worden waren, sollten laut Bundeswehr im Hafen Pozzallo auf Sizilien an die italienischen Behörden übergeben werden.

Erst am Freitag vergangener Woche hatten die Hessen und das Versorgungsschiff Berlin rund 400 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet.   

Die Bundesregierung hatte nach dem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit den zwei Schiffen an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Seit dem 5. Mai sind sie dort im Seenoteinsatz. Die meisten Schleuser bringen Flüchtlinge und illegale Einwanderer derzeit über Libyen nach Europa.

In den vergangenen Wochen wurden mehr als 10.000 Menschen aus dem Mittelmeer geholt, die in überfüllten und seeuntauglichen Booten versuchten, von Libyen aus nach Europa überzusetzen. Rund 1.700 sollen dabei gestorben sein. 

Im Sommer sollen dreimal so viele Frontex-Schiffe auslaufen

Die europäische Grenzschutzbehörde Frontex verstärkt angesichts steigender Flüchtlingszahlen, die von der Türkei aus in die EU zu gelangen versuchen, ihren Einsatz auf dem Meer nahe Griechenland. "Wir sind besorgt wegen der Situation in Griechenland und deshalb werden wir unser Vorgehen dort und unsere Hilfe an die griechischen Behörden erweitern", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. Es gebe eine Verlagerung vom zentralen zum östlichen Mittelmeer, da mehr Migranten die Türkei auf dem See- und Landweg verließen.

Leggeri sagte, für die Frontex-Operation Triton vor der italienischen Küste seien Schiffe und Flugzeuge eingetroffen, unter anderem aus Frankreich, Großbritannien und Portugal. Frontex habe die Zahl seiner Schiffe verdoppelt und werde sie von Juni bis September verdreifachen.

Triton ist das Nachfolgeprogramm von Mare Nostrum. Frontex sucht seither keine Flüchtlingsboote mehr, reagiert aber auf Notrufe. Derzeit verfügt die Operation über zehn Patrouillenboote, drei Schiffe, drei Flugzeuge und zwei Hubschrauber.