Hacker haben eines der größten Onlinedating-Portale, Adult-Friend-Finder, attackiert und die persönlichen Daten von 3,9 Millionen Nutzern gestohlen. Der Angriff auf die kalifornische Website soll sich bereits vor zwei Monaten ereignet haben, berichtet der britische Fernsehsender Channel 4.   

Die Daten beinhalteten demnach Angaben zu sexuellen Vorlieben, Beziehungsstatus, Geburtsdatum, Postleitzahl und E-Mail-Adressen. Selbst das Interesse nach außerehelichen Affären sei aufgelistet. Von dem Diebstahl seien auch Mitglieder betroffen, die ihre Profile bereits gelöscht hatten. Unter den nun betroffenen Kunden sollen Mitarbeiter britischer Regierungsbehörden sein.

Dem Bericht zufolge drohten Unbekannte, die entwendeten Informationen für Spam-Attacken und Erpressungsmails zu nutzen. Nach Angaben des Tech-Blogs PC-World tauchten Excel-Listen mit den Daten zuerst im sogenannten Darknet auf, einer Art Schatten-Internet mit erschwertem Zugang.

Die Cyberspace-Expertin Bev Robb hatte die Daten schon vor einem Monat dort gefunden. Erst jetzt wurde der Name der Seite bekannt, von der die Daten stammten. Der Expertin zufolge könnten damit Tausende Nutzer des Portals identifiziert werden.

Die Mutterfirma FriendFinder teilte in einer Erklärung mit, man sei erst vor Kurzem auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden und sich der Schwere der Lage bewusst. Man untersuche das Sicherheitsproblem und arbeite eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. Die Firma werde alle nötigen Schritte einleiten, um betroffene Kunden zu schützen. 

In Deutschland sind knapp zwei Millionen Inserate bei Adult-Friend-Finder online. Die Kontaktbörse für Sexpartner wurde 1996 gegründet und hat nach eigenen Angaben mehr als 40 Millionen Nutzer.