In Indien sind innerhalb einer Woche mehr als 800 Menschen an den Folgen einer Hitzewelle gestorben. Bei Temperaturen von fast 50 Grad meldeten die Behörden im Bundesstaat Andhra Pradesh 551 Tote. Im Nachbarstaat Telangana gab es 231 Opfer, weitere Tote gab es in Odisha und Westbengalen. Die Hitzewelle soll auch die kommenden Tage noch andauern, weitere Opfer werden befürchtet. Der indische Wetterdienst rief die höchste Alarmstufe aus.

Die Behörden rieten den Bewohnern, nicht ohne Kopfbedeckung nach draußen zu gehen und viel Wasser zu trinken.

Laut Meteorologen lagen die Temperaturen an vielen Orten mindestens vier Grad über dem Durchschnitt. Verantwortlich seien heiße Winde aus Nordwesten, sie brächten die Hitze aus dem Wüstenstaat Rajasthan mit. Die Monsunfront, die Abkühlung mit sich bringen könnte, wird erst am 1. Juni an der Südspitze des Landes erwartet und zieht dann Richtung Norden und Westen.

Auch die indische Hauptstadt Neu-Delhi ist von der Hitzewelle betroffen. Wie die Zeitung The Hindustan Times berichtete, wurden am Montag 45,5 Grad gemessen, auf einigen Straßen schmolz der Asphalt. Durch die Hitze gefährdet sind vor allem arme Inder, die unter freiem Himmel arbeiten.

"Die Geschäfte laufen schlecht, aber es gibt nichts, was ich sonst tun könnte", sagt Hari Om, der am Straßenrand Essen verkauft. "Die Leute gehen nicht raus und haben keine Lust auf Essen. Sie wollen nur kaltes Wasser."

In Kolkata (früher Kalkutta) beschlossen viele Taxifahrer nach dem Tod zweier Kollegen, zwischen 11 und 16 Uhr nicht mehr zu fahren.