Fischer haben mehr als 700 Flüchtlinge aus Bangladesch und Myanmar nach dem Untergang eines Schiffes gerettet und nach Indonesien gebracht. Das Flüchtlingsboot war von der malaysischen Marine abgewiesen worden. Das Schiff sei später gesunken, die Insassen seien aber von Fischern an Bord genommen worden, sagte der Polizeichef der Stadt Langsa, Sunarya, wo die Bootsflüchtlinge am Freitag ankamen.

Den Angaben zufolge brachten sechs Fischerboote die Flüchtlinge nach Langsa an der Ostküste der indonesischen Provinz Aceh. Die Menschen stammten aus Bangladesch oder waren Angehörige der überwiegend in Myanmar lebenden Minderheit der Rohingya. Ein Vertreter der Einwanderungsbehörde in Langsa sagte, bislang seien 712 Flüchtlinge gezählt worden. 

Jährlich versuchen Tausende Menschen aus Bangladesch und Rohingya aus Myanmar über das Meer Malaysia und Indonesien zu erreichen. Menschenrechtsaktivisten zufolge sind derzeit Tausende Bootsflüchtlinge in der Region unterwegs. "Wir rechnen damit, dass sich zurzeit 8.000 Menschen auf dem Meer befinden", sagte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Asien, Joe Lowry, dem Deutschlandfunk. Viele der Flüchtlinge dort bräuchten dringend Hilfe, weil Wasser und Lebensmittel knapp würden. "Einige Menschen sind seit Anfang März unterwegs", sagte er.  

UN und USA ermahnen Regierungen

Die malaysischen Behörden schickten zuletzt wiederholt Flüchtlingsboote zurück aufs offene Meer. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte dieses Vorgehen am Donnerstag. Die Rettung von Flüchtlingen auf hoher See sei eine völkerrechtliche Pflicht, sagte er. Auch die US-Regierung drängte die südostasiatischen Staaten zum Handeln. "So viele Menschenleben sind in Gefahr", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Washington, Jeff Rathke. "Wir ermahnen die Regierungen, diese Leute weiter aufzunehmen." 

Nach Angaben von IOM-Sprecher Lowry hat sich die Situation von Flüchtlingen auf dem Weg nach Malaysia verschärft, weil die thailändische Regierung bisherige Schmuggler stärker bekämpft. Das bedeute für die Menschen, die sich auf See befinden, dass sie nicht landen und sich auch nicht weiterbewegen könnten. "Sie sind in einem verzweifelten Schwebezustand gefangen."  

Die indonesische Marine hat am Freitag erneut ein Flüchtlingsboot mit mehreren Hundert Menschen an Bord abgefangen. Es sei vor der Küste der auf der Insel Sumatra gelegenen Provinz Aceh gestoppt worden, teilte Marinesprecher Fuad Basya mit. Das weitere Vorgehen werde jetzt mit dem Außenministerium abgestimmt, sagte der Marinesprecher. "Unsere Aufgabe ist es, Schiffe ohne Dokumente daran zu hindern, in unser Staatsgebiet einzudringen, aber wenn es eine humanitäre Notlage gibt, werden wir helfen", sagte er. 

Indonesien hatte schon am Montag ein Boot zurückgewiesen. Malaysia hatte am Donnerstag ein Boot zurückgeschickt, ein zweites soll nach Reparatur der Maschinen Malaysia ebenfalls wieder verlassen. In der Andamanensee vor Thailand war ebenfalls ein Boot der Küste nahegekommen.