Der wegen eines mutmaßlichen Anschlagsversuchs im hessischen Oberursel verhaftete Terrorverdächtige hat laut einem Zeitungsbericht zusammen mit einem verurteilten Al-Kaida-Helfer studiert. An der Universität Frankfurt hätten die beiden Deutschtürken 2007 zeitgleich ein Pharmakologie-Seminar besucht, berichtet die Bild am Sonntag. Das belegten Dokumente der Universität und Aussagen ehemaliger Mitstudenten.

Der Mitstudent aus Offenbach soll der Mann sein, den das Oberlandesgericht Frankfurt am Main 2011 zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt hatte, weil er für Al-Kaida wiederholt Propagandafilme im Internet veröffentlicht und Tipps zur Sprengstoffherstellung gegeben hatte. Die milde Strafe verdankte er unter anderem einem umfassenden Geständnis und einer nach Einschätzung des Richters guten Sozialprognose.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete auch von Kontakten des verdächtigen Ehepaars zu mehreren sogenannten Gefährdern aus der islamistischen Szene im Rhein-Main-Gebiet, darunter Rückkehrer aus dem Syrien-Krieg. Entsprechende Treffen hätten Polizeibeamte bei der Observation des Tatverdächtigen beobachtet, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Ermittler hatten in der Wohnung des Paares am Donnerstag islamistische Gewaltvideos gefunden sowie Waffen und einen funktionsfähigen Sprengsatz.

Gegen den 35-jährigen Deutschtürken und seine Ehefrau, eine 34-jährige Türkin, war daraufhin Haftbefehl erlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat geplant und eine Explosion vorbereitet zu haben. Einen konkreten Anschlagsplan fanden die Ermittler bisher nicht.  

Zum Zugriff entschlossen hatte sich die Polizei, nachdem der Mann sich entlang der Strecke eines um Frankfurt geplanten internationalen Radrennens aufgehalten hatte. Die Behörde sagte auch nach den Festnahmen das Rennen aus Sicherheitsgründen ab. 

Auf die Spur der Verdächtigen waren die Ermittler durch den Hinweis einer Frankfurter Baumarkt-Mitarbeiterin gekommen. In dem Geschäft hatten die beiden demnach drei Liter Wasserstoffperoxid gekauft, das gemischt mit anderen Flüssigkeiten zur Sprengstoffherstellung benutzt werden kann.