Ein 14-Jähriger muss in Österreich für acht Monate ins Gefängnis, weil er den IS unterstützt haben soll. Der Junge wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, von denen 16 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Der Richter ermahnte den Jungen, sich in den nächsten Jahren nichts zuschulden kommen zu lassen, eng mit dem Bewährungshelfer zusammenzuarbeiten, eine Psychotherapie zu machen – und dies alle drei Monate nachzuweisen.

Das Landgericht St. Pölten entschied nach vierstündiger Verhandlung, dass der Jugendliche im Herbst vergangenen Jahres IS-Verbindungsleute in Wien kontaktierte und für die Terroristen in Syrien kämpfen wollte. Zuvor hätte er einen Anschlag verüben wollen. Im Internet habe er sich Anleitungen zum Bombenbau gesucht. Mögliches Ziel sei der Wiener Westbahnhof gewesen.

Dass der 14-Jährige weder einen Anschlag verübte noch nach Syrien reiste, wurde vereitelt, weil seine Schule ihn angezeigt hatte. Dort war aufgefallen, dass der Junge sich zunehmend radikalisierte. Als er daraufhin vom Verfassungsschutz befragt wurde, gestand er seine Pläne. Der Anwalt des Jungen sagte, er sei geläutert und habe eingesehen, dass er einer Propagandamaschine erlegen sei.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht deutlich unter dem Strafrahmen von bis zu fünf Jahren. Der 14-Jährige, der bereits fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, muss nun noch drei Monate im Gefängnis bleiben. "Sie können sich sicher sein, dass das Landesamt für Verfassungsschutz aufmerksam bleibt", sagte der Richter.

Im Irak und in Syrien sollen etwa 5.000 bis 6.000 Europäer für den IS kämpfen. Aus Österreich sind etwa 200 meist sehr junge Männer in den Krieg gezogen, teilte das Innenministerium des Landes mit. Jeder Vierte sei minderjährig. Die deutschen Behörden schätzen, dass etwa 600 Deutsche für den IS kämpfen.