Julian Assange ist mit seiner Berufung gegen den bestehenden Haftbefehl gescheitert. Das Oberste Gericht Schwedens teilte mit, die Richter sähen keinen Grund dafür, den Haftbefehl aufzuheben. Die Ermittler hätten bereits erste Schritte eingeleitet, um den WikiLeaks-Gründer in London zu befragen.

Schweden fordert seit dem Jahr 2010 die Auslieferung Assanges, um ihn zu verhören. Es geht um Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung. Zuletzt bot die schwedische Staatsanwaltschaft dem WikiLeaks-Gründer aber an, ihn in seinem ecuadorianischen Botschaftsexil in London zu den Vorwürfen zu befragen. Assange ist nach Angaben seiner Anwälte dazu bereit.

Nachdem Assange bei der britischen Justiz alle Rechtsmittel gegen das Auslieferungsgesuch ausgeschöpft hatte, floh er im Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London. Allein seine Überwachung in der Botschaft durch die britische Polizei soll täglich fast 11.000 Euro kosten.

Assange bezeichnet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als politisch motiviert und fürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats drohen könnte. In den USA gibt es bisher weder eine Anklage gegen Assange noch ein Auslieferungsgesuch.

WikiLeaks hatte mit der Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie der Publikation Zehntausender US-Diplomatendepeschen für viel Ärger in Washington gesorgt.