Mit einer Demonstration in München haben Aktivisten ihre Proteste gegen den G-7-Gipfel begonnen. Tausende Menschen gingen unter dem Motto "TTIP stoppen – Klima retten – Armut bekämpfen" auf die Straße. Die Polizei sprach von rund 34.000 Demonstranten, die Organisatoren nannten rund 40.000 Teilnehmer.

Etwa 3.000 Polizisten sind in München im Einsatz. Zwischenfälle wurden nicht bekannt. "Es ist alles ruhig", teilte die Polizei mit. Statt Wasserwerfer gegen Gewalttäter einzusetzen, versorgten Beamten Demonstranten bei großer Hitze mit Wasser.

Vor der Demonstration hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Befürchtung geäußert, es könnte in München zu Ausschreitungen kommen. Das bewahrheitete sich nicht. "Wir haben keinen schwarzen Block im Demonstrationszug", sagte Wenger. 

Am Sonntag und Montag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der sieben wichtigen Industrienationen (G 7) in Bayern. Der Tagungsort in Elmau am Fuße der Zugspitze ist bereits hermetisch abgeriegelt.

Auf Plakaten der Demonstranten hieß es unter anderem: "Jedes Kind, das an Hunger stirbt, wurde ermordet" und "Gegen Gen-Fraß". Die G-7-Gegner kritisieren vor allem das geplante TTIP-Freihandelsabkommen der EU mit den USA.

An der Demonstration in München beteiligen sich auch die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und ihr Parteikollege Jürgen Trittin. Der Linken-Politiker Klaus Ernst kritisierte TTIP: "Das brauchen nur die großen Konzerne."

Hunderte im Protestcamp

Im Protestcamp der G-7-Gegner in Garmisch-Partenkirchen kamen nach Angaben der Organisatoren zwischen 250 und 300 Menschen an. "Alles entspannt, tolles Alpenpanorama", sagte Benjamin Ruß vom Aktionsbündnis Stop G 7 Elmau.

Knapp drei Monate nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei der Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt befürchten die Einsatzkräfte auch für den Gipfel einen Aufmarsch von Autonomen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Mittwoch gesagt, es würden "mindestens zwei- bis dreitausend gewaltbereite Leute" erwartet.

Die ersten Autonomen seien bereits in Garmisch-Partenkirchen eingetroffen, sagte ein Polizeisprecher. "Wir spüren durch Kontrollen sehr wohl, dass sich linksextreme autonome Personen hier aufhalten", sagte er. Zum Schutz des Gipfels sind mehr als 19.000 Beamte im Einsatz – 17.000 in Deutschland, 2.100 im benachbarten Tirol. Herrmann sprach vom größten Polizeieinsatz der bayerischen Geschichte.