Die Lufthansa will den Angehörigen der Menschen, die während des Germanwings-Absturzes am 24. März gestorben sind, pauschal weitere 25.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Sie hätten ein entsprechendes Angebot erhalten, bestätigten mehrere Anwälte, die Hinterbliebene vertreten, einen Bericht des Express.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Copilot Andreas Lubitz nicht flugtauglich war. Er sei instabil, psychisch krank gewesen und habe den Germanwings-Flug 4U9525 absichtlich in die französischen Alpen stürzen lassen. Das teilte der französische Staatsanwalt Brice Robin Mitte Juni mit. Er werde auch gegen Lufthansa und Germanwings ermitteln, kündigte Robin an.

Den Hinterbliebenen der 150 Toten hatte das Unternehmen unmittelbar nach dem Absturz 50.000 Euro Soforthilfe gezahlt. Die nun angebotenen 25.000 Euro seien eine Lachnummer, sagte ein Anwalt, der Hinterbliebene vertritt. "So kann man keine Verhandlungen führen. Das ist international beschämend."

Das Montrealer Übereinkommen legt fest, wer für Schäden im internationalen zivilen Luftverkehr haftet. Demnach müssen Fluggesellschaften Verunglückten maximal knapp 142.000 Euro zahlen, wenn sie keine Schuld trifft. "Wenn die Airline Mitschuld trägt, dann haftet sie unbegrenzt", sagte eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Wie viel Geld Fluggesellschaften den Hinterbliebenen zahlen, wird häufig nicht öffentlich. Nach dem im Juli 2000 eine Concorde nahe des Pariser Flughafens Charles de Gaulle abgestürzt war, erhielten die Hinterbliebenen pro verlorenem Angehörigem mehr als eine Million Euro.

Germanwings - Die Flugroute von 4U9525 Auf der Website www.flightradar24.com ist die Flugroute der abgestürzten Germanwings-Maschine verzeichnet gewesen.