Im sächsischen Hoyerswerda haben Unbekannte versucht, eine Notunterkunft für Asylbewerber anzuzünden. Nach Angaben der Polizei warfen sie in der Nacht zu Mittwoch einen Behälter mit brennbarer Flüssigkeit in Richtung einer Turnhalle, in der gegenwärtig 27 Menschen verschiedener Nationalität untergebracht sind. Der Brandsatz landete auf dem Straßenpflaster. Ein Mitarbeiter eines Wachdienstes habe die Flammen gelöscht und es sei niemand verletzt worden, hieß es.

Das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei vermutet ein fremdenfeindliches Motiv. Hoyerswerda war der erste Ort in Deutschland, in dem nach der Wiedervereinigung Ausländer Opfer rechtsextremer Gewalt wurden.

Die Stadt war im September 1991 durch die Belagerung eines Vietnamesen-Wohnheims und rechtsextreme Übergriffe bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Zahlreiche Anwohner hatten sich damals mit den Tätern solidarisiert. Die Polizei bekam die Lage nicht in den Griff. Die Ausländer mussten schließlich mit Bussen aus der Stadt transportiert werden.

Anfang 2014 ist in Hoyerswerda eine neue Asylbewerberunterkunft eingerichtet worden. Inzwischen wurde zusätzlich eine Turnhalle umfunktioniert, um dort weitere Flüchtlinge unterzubringen. Die Stadt hat ein Netzwerk für Toleranz und Solidarität gegründet, um Ausschreitungen wie die 23 Jahre zuvor zu verhindern.