Eine Woche nach dem schlimmsten Schiffsunglück seit Jahrzehnten auf dem Jangtse sind 434 Leichen geborgen worden. Acht Menschen werden noch vermisst, wie die Bergungskräfte laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mitteilten. Mit DNA-Tests und Blutproben der Verwandten identifizieren die Behörden die Leichen. Nur 14 Menschen hatten das Unglück am vergangenen Montag überlebt. Zwei haben inzwischen das Krankenhaus verlassen können.

Das 2.200 Tonnen schwere Touristenschiff war am 1. Juni bei Jianli in der zentralchinesischen Provinz Hubei in einem Sturm gekentert und trieb kieloben im Wasser. An Bord des Schiffes waren 456 Menschen – zumeist ältere Leute, die eine elftägige Schiffsfahrt über den Jangtse machen wollten.     

Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks laufen. "Viele Fragen bleiben unbeantwortet", stellte Chinas Staatsfernsehen fest. Der Kapitän, der wie der Chefingenieur überlebte, hatte von einem Tornado gesprochen, der das vierstöckige Schiff in Schieflage und "in ein bis zwei Minuten" zum Kentern gebracht habe.

Hunderte Menschen gedachten in einer Trauerzeremonie am Unglücksort der Toten. Zuvor hatten Helfer das havarierte Schiff mit zwei Kränen aufgerichtet, um die Bergungsarbeiten zu erleichtern.