Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 100.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Adrian Edwards vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sprach von einem dramatischen Anstieg. Seit Jahresbeginn hätten rund 103.000 Menschen ihr Leben bei der gefährlichen Überfahrt riskiert.

Wie Edwards mitteilte, seien auf der gefährlichen Überfahrt in diesem Jahr bereits fast 1.800 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte allerdings deutlich über dieser offiziellen Angabe liegen, da viele Opfer im Meer nie gefunden werden.

Die allermeisten der Flüchtlinge erreichten bei ihrer Überfahrt mit oft seeuntauglichen Schiffen die Küsten Italiens und Griechenlands: 54.000 Flüchtlinge kamen bisher nach Italien und 48.000 nach Griechenland. 920 weitere Ankömmlinge wurden in Spanien gezählt, 91 in Malta.

Den Anstieg der Zahlen verdeutlichte der Sprecher am Beispiel Griechenland: Im gesamten vergangenen Jahr zählten die dortigen Behörden 34.000 Flüchtlinge, während die Zahl in diesem Jahr bereits bei 48.000 liegt.

Insgesamt versuchten nach Angaben der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex im vergangenen Jahr 280.000 Menschen, illegal in die EU zu gelangen. Im März hatte der Frontex-Chef Fabrice Leggeri von 500.000 bis zu einer Million Flüchtlingen gesprochen, die über im Jahr 2015 versuchen könnten, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

Grund für den massiven Zuwachs sind vor allem der Bürgerkrieg in Syrien sowie die Konflikte in Afrika und die chaotische Lage in Libyen.