In der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi sind in den vergangenen drei Tagen mehr als 500 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Dies bestätigte der Direktor der Gesundheitsbehörde, Zafar Ejaz. Der Sprecherin einer örtlichen Klinik zufolge werden noch Hunderte weitere Menschen wegen hitzebedingter Probleme behandelt, etwa wegen Fieber und Austrocknung. Bei den 413 Toten handele es sich zumeist um ältere Mitbürger.

In den Leichenhallen Karatschis finde sich immer weniger Platz, sagte Sprecherin Seemi Jamali.  Stromausfälle und die dadurch nur unregelmäßig arbeitenden Pumpen für die Wasserversorgung machen die Hitze während des islamischen Fastenmonats Ramadan zusätzlich unerträglich.

Premierminister Nawaz Sharif ordnete bereits am Montag an, dass die Armee Erste-Hilfe-Stationen für die Behandlung von Hitzeschlägen in der Hafenstadt einrichtet. Provinzregierungschef Qaim Ali Shah verfügte zudem eine vorübergehende Schließung von Schulen und Ämtern.

In Karatschi werden derzeit Außentemperaturen von bis zu 45 Grad gemessen. Laut Meteorologen handelt es sich um ein seltenes Wetterphänomen. Doch werde für die kommenden Tage Monsunregen erwartet, der die Temperaturen erträglicher machen werde. 

In Südasien sterben jeden Sommer zahlreiche Menschen bei Hitze. In Pakistans Nachbarland Indien waren im April und Mai fast 2.500 Menschen bei ähnlich hohen Temperaturen gestorben. Die Temperaturen können bis zu knapp 50 Grad erreichen. Verheerend kann das sein, wenn es – wie in diesem Jahr – während des für Muslime heiligen Fastenmonats zu der Hitze kommt. Gläubige Muslime essen und trinken dann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht.