Die US-Polizei hat den mutmaßlichen Schützen eines Massakers in einer Kirche in Charleston festgenommen. Der 21-Jährige sei in der Kleinstadt Shelby im Bundesstaat North Carolina gefasst worden, berichtete der Nachrichtensender CNN. "Ich kann bestätigen, dass ein Verdächtiger in Gewahrsam ist", sagte Justizministerin Loretta Lynch. Einzelheiten nannte sie nicht.

Der weiße Mann soll am Mittwochabend in der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston das Feuer auf Gläubige eröffnet haben. Die Kirche wird überwiegend von Schwarzen besucht.

Die Polizei hatte eine Großfahndung eingeleitet und auch wegen eines Hassverbrechens ermittelt: In einem solchen Fall können auch die Bundesbehörden eingeschaltet werden – die Polizei hatte das FBI und die Hauptstadt Washington um Unterstützung gebeten.

Die Emanuel African Methodist Episcopal Church ist eine der ältesten Kirchen der schwarzen Gemeinden in den Südstaaten der USA. Ihre Geschichte reicht bis 1816 zurück, als sich mehrere Gemeinden von der Methodistenkirche in Charleston abspalteten. Jeden Mittwochabend stehe in der Gemeinde eine Bibelstunde auf dem Plan, schrieb CNN.

Charlestons Polizeichef Greg Mullen sagte, dass der junge Mann gut eine Stunde lang am Bibelunterricht teilgenommen habe, ehe er seine Waffe gezogen habe. Acht Menschen starben am Tatort, ein weiteres Opfer erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus. Unter den Toten befindet sich laut Medien der Pastor Clementa Pinckney, der auch als Politiker im Senat von South Carolina saß.