Im Fall der tödlichen Schüsse des Polizisten Michael S. auf den Schwarzen Walter Scott, hat ein Gericht in Charleston im Bundesstaat South Carolina Mordanklage erhoben. Dies berichtet die New York Times. Der Polizist war bereits am Tag der Schüsse aus dem Dienst des North Charleston Police Departments entlassen worden und kam wenig später in Untersuchungshaft. Die Anklage wegen Mordes war erwartet worden. Der zuständige Staatsanwalt kündigte an, Michael S. nicht auf Todesstrafe zu plädieren, da keine erschwerende Umstände vorlägen, schreibt die Zeitung.

Von dem Vorfall exisitiert das das Video eines Passanten:  Es zeigt, wie der Polizist auf den fliehenden Scott schießt. Vorausgegangen war eine zunächst scheinbar routinemäßig verlaufende Verkehrskontrolle. Der Polizist hatte den 50-jährigen Walter Scott angehalten und ihm gesagt, dass sein Rücklicht nicht funktioniere.

Nachdem der Beamte nach Führer- und Fahrzeugschein gefragt habe, soll Scott gesagt haben, er habe keine Registrierung oder Versicherung für das Fahrzeug, weil er gerade erst dabei sei, den Wagen zu kaufen. Nach einem kurzen Austausch geht der Polizist zu seinem Streifenwagen zurück. Dann springt Scott aus dem Auto und rennt davon, der Polizist hinterher.

Der Streifenpolizist war bereits zuvor wegen exzessiver Gewalt gegen einen unbewaffneten Schwarzen aufgefallen. Im September 2013 hatte er unbegründet einen Mann mit einem Elektroshocker attackiert. Gegen den 33-jährigen Michel S. seien damals interne Ermittlungen eingeleitet worden, die aber wieder eingestellt wurden.

Der Fall Walter Scott war einer von mehreren im vergangenen Jahr, bei denen Polizisten unbewaffnete Afroamerikaner erschossen hatten. Sie lösten eine landesweite Debatte über Polizeigewalt und Rassismus aus. In Ferguson (Missouri), wo der Jugendliche Michael Brown erschossen wurde, kam es wiederholt zu Krawallen.