Die meisten Opfer des Terroranschlags auf ein Strandhotel im tunesischen Sousse sind noch nicht identifiziert. Bis zum Sonntag stellten die Behörden nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums die Identität von 18 der 38 Todesopfer fest. 15 von ihnen stammen demnach aus Großbritannien. Unter den Opfern ist auch auch ein Deutscher, ein Ire und ein Portugiese.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schloss am Samstagabend nicht aus, dass noch weitere Bundesbürger ums Leben gekommen sind. Der deutsche Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Untersuchungen.

Der Attentäter hätte laut dem tunesischen Innenminister Mohamed Najem Gharsalli wesentlich früher gestoppt werden können. Im Radiosender Mosaique FM warf er dem Sicherheitsservice des Hotels vor, nicht sofort die Polizei informiert zu haben.

Tunesien will als Konsequenz aus dem Anschlag den Kampf gegen den Terrorismus verschärfen und bis zu 80 Moscheen schließen, in denen Extremisten verkehren sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Tunesien Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu, Innenminister Thomas de Maizière will am Montag an den Tatort reisen.

Derweil verließen viele Urlauber die Region: Mindestens 1.000 Briten sind bereits ausgeflogen. Nach Angaben des Reiseveranstalters Tui ist die Zahl deutscher Touristen, die ihren Urlaub abbrechen möchten, aber deutlich zurückgegangen. Der Anbieter rechnet damit, dass 250 Gäste vorzeitig abreisen. "Bis zum Sonntagabend werden wir rund 200 Gäste ausgeflogen haben", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Etwa 3.500 dagegen wollten demnach in Tunesien bleiben.

Der Angreifer hatte am Freitag das Strandhotel Imperial Marhaba in dem Mittelmeerort Sousse überfallen und am belebten Strand das Feuer eröffnet. Später wurde er von Sicherheitskräften erschossen. Zu dem Angriff bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung.