Die Jüdische Gemeinde in Berlin hat den Sportlern der Europäischen Makkabi-Spiele davon abgeraten, die Kippa in bestimmten Berliner Stadtteilen zu tragen. Das berichtete der Tagesspiegel. Die Spieler sollten tagsüber nicht als Jude identifizierbar durch bestimmte Viertel laufen, sagte der Antisemitismus-Beauftragte der Gemeinde, Rabbiner Daniel Alter, der Zeitung.  

Vor allem in Stadtteilen mit einem hohen islamischen Zuwandereranteil wie etwa in Nord-Neukölln und Gesundbrunnen sei Vorsicht geboten, sagte Alter. Man dürfe nicht die Augen davor verschließen, dass selbst auf den Pausenhöfen von Berliner Grundschulen das Wort Jude als Hassbegriff gerufen und auf Fassaden gesprüht werde.

Im Februar hatte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, eine ähnliche Warnung ausgesprochen. Er hielt es ebenfalls für gefährlich, in überwiegend von Muslimen bewohnten Vierteln einiger Städte die Kippa zu tragen. Es sei eine Entwicklung, die er so vor fünf Jahren nicht erwartet habe und die schon ein wenig erschreckend sei, sagte Schuster damals.

Die Europäischen Makkabi-Spiele sind die größte jüdische Sportveranstaltung Europas. In diesem Jahr finden die Spiele zum ersten Mal in Deutschland statt. Seit Montag kämpfen rund 2.300 jüdische Athleten aus 38 Ländern zehn Tage lang in Berlin um Medaillen. Am Abend eröffnet Bundespräsident Joachim Gauck die Wettkämpfe offiziell.