Rund 700 Islamisten haben Deutschland nach Syrien und in den Irak verlassen. Dort würden sie auf Seiten des IS und anderer terroristischer Gruppierungen kämpfen, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Etwa 100 Islamisten sind nach Informationen der Regierung während der Kämpfe gestorben.

Cirka ein Drittel der Personen würde sich derzeit wieder in Deutschland aufhalten. Es sei jedoch unsicher, ob die Mehrzahl der Rückkehrer aktiv an Kampfhandlungen teilgenommen hat, heißt es weiter. Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden legen nahe, dass sich 50 Personen in Deutschland aufhalten, die in Syrien und im Irak gekämpft haben.

Der Generalbundesanwalt führe 63 Ermittlungs- und Strafverfahren, die im Zusammenhang mit dem IS stehen. 64 Beschuldigten würde vorgeworfen, Mitglied der terroristischen Vereinigung zu sein. Davon würden sich derzeit 55 in Syrien und im Irak aufhalten, einer sei in der Türkei in Haft, sechs befinden sich in Deutschland in Untersuchungshaft und zwei seien auf freiem Fuß.

Der Bundestag hatte im April entschieden, dass deutsche Behörden die Personalausweise gewaltbereiter Islamisten einziehen dürfen. So soll verhindert werden, dass diese nach Syrien und in den Irak reisen. Die Betroffenen müssen ihren Ausweis für maximal drei Jahre gegen ein Ersatzdokument tauschen, mit dem sie Deutschland nicht verlassen dürfen.