Der Bombenleger von Bangkok hat nach Angaben der thailändischen Polizei nicht allein gehandelt. Er sei Teil eines Netzwerks, sagte der nationale Polizeichef Somyot Poompanmoung. Für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, wurde eine Belohnung von einer Million Baht (etwa 25.000 Euro) ausgesetzt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Mann in einem gelben T-Shirt und mit einem Rucksack, der auf Überwachungsvideos zu sehen war, die Explosion ausgelöst hat. Auf Basis dieser Aufnahmen hat die Polizei ein computergeneriertes Fahndungsbild veröffentlicht. Zu sehen ist ein junger Mann mit krausen Haaren und einer Brille.

Somyot informierte die Polizeikommandeure des Landes über das weitere Vorgehen. Er habe Anordnungen von Ministerpräsident Prayuth Chan Ocha bekommen, der über die Sicherheit der Bevölkerung und der Touristen in Thailand in großer Sorge sei, sagte er vor Beginn der Sitzung. Bei dem Anschlag waren am Montagabend am gut besuchten Erawan-Schrein im Zentrum Bangkoks 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden.

Die Polizei prüft zudem eine mögliche Verbindung zu einer zweiten Sprengstoff-Explosion an einem Pier in Bangkok, bei der niemand verletzt wurde. Zwar handele es sich möglicherweise um eine Nachahmungstat, doch ermittle die Polizei in alle Richtungen. Der zweite Sprengsatz war wie beim Angriff auf den Erawan-Schrein eine Rohrbombe. Zu beiden Attacken gibt es keine Bekennerschreiben, die Hintergründe der Tat bleiben unklar. 

Der Erawan-Schrein wurde unterdessen wieder geöffnet. Anwohner und Angehörige der Toten kamen zu dem Tempel, um zu beten und Räucherwerk und Blumen niederzulegen. Der Krater am Anschlagsort, den die Bombe hinterlassen hatte, wurde zubetoniert.

Mehrere buddhistische Mönche vollzogen am Schrein ein Ritual. Begleitet wurden sie von einem jungen Mann aus Singapur, der seine Mutter bei dem Anschlag verloren hatte, sowie den Verwandten einer malaysischen Familie, die ebenfalls getötet wurde. Zu der Familie gehörte auch ein vierjähriger Junge. Der stellvertretende malaysische Außenminister Reezal Merican Naina Merican nannte den Anschlag ein "abscheuliches (...) unverzeihliches Verbrechen".