ZEIT ONLINE: Welche Rolle spielt Ministerpräsident Stanislaw Tillich?

Loewenbrück: Es ist unerträglich: Am selben Abend, an dem sich engagierte Mediziner, Professoren, die Leiter vom DRK und anderen Institutionen zu einer Krisensitzung treffen, um über Sofortmaßnahmen zur Verbesserung zu sprechen, gibt Tillich eine Erklärung heraus, Abschiebecamps eröffnen zu wollen. Es ist beschämend. Er sollte vielleicht erst mal dafür sorgen, internationale Mindeststandards einzuhalten.

ZEIT ONLINE: Was erwarten Sie von der Politik?

Ehninger: Endlich eine Abstimmung zwischen den verschiedenen Verantwortlichen. Dresden hat leerstehende, voll funktionsfähige Arztpraxen. Sogar eine nicht ganztags belegte Ambulanz der kassenärztlichen Vereinigung. All das könnte die medizinische Versorgung der Flüchtlinge sofort verbessern. Das wurde den zuständigen Behörden und Ministerien schon längst mitgeteilt, aber es ist nichts passiert.

ZEIT ONLINE: Was macht Ihnen Hoffnung?

Loewenbrück: Das Engagement so vieler Leute in der Stadt. Die vielen Freiwilligen. Wir senden ein Signal: Dresden und Sachsen stehen bereit, gesamtgesellschaftliche Probleme mit anzupacken. Die Politik muss endlich nachziehen.

Das Video berichtet über Flüchtlinge in Sachsen und ihre Furcht vor Gewalt.