Ein Passagierflugzeug mit 54 Menschen an Bord ist in Indonesien in der entlegenen östlichen Provinz Papua abgestürzt. Bewohner entdeckten nach Behördenangaben das Wrack der vermissten Maschine. Sie sei laut den Einwohnern gegen einen Berg geflogen, erklärte ein ranghoher Vertreter des Verkehrsministeriums. Die Angaben würden derzeit überprüft. Spekulationen über eine Unglücksursache gab es zunächst nicht, allerdings könnte schlechtes Wetter eine Rolle gespielt haben.

Das Flugzeug war in bergigem Terrain abgestürzt. Eine halbe Stunde nach dem Start und zehn Minuten vor der geplanten Landung sei der Kontakt abgebrochen, teilte die Such- und Rettungsbehörde mit. Die Propellermaschine der Gesellschaft Trigana Air Service befand sich auf einem Inlandsflug von der Küstenstadt Jayapura in den nur per Flugzeug erreichbaren Ort Oksibil in den Bergen, als sie vom Radar verschwand. Wenige Stunden später berichteten Bewohner eines Bergdorfes, sie hätten den Absturz eines Flugzeuges beobachtet. An Bord waren 44 erwachsene Passagiere, fünf Kinder und die fünfköpfige Crew.

Der Großteil der riesigen Provinz Papua besteht aus dichtem Dschungel. Es gibt nur wenige Straßen. Viele Orte dort können daher nur mit dem Flugzeug erreicht werden. In Ost-West-Richtung erstreckt sich eine Bergkette durch die Provinz, mit dem höchsten Gipfel, dem Puncak Jaya, auf gut 4.880 Metern.

Das Flugzeug vom Typ ATR 42 war nach Angaben des Portals Aviation Safety Network 27 Jahre alt und stammt vom europäischen Hersteller ATR, einem Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem italienischen Hersteller Alenia Aermacchi. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Regionalflugzeuge.

Die Maschine flog für die lokale Fluggesellschaft Trigana Air. Nach Angaben der von einem ehemaligen Sicherheitsexperten des US-Herstellers Boeing gegründeten Website airsafe.com gab es seit 1987 sieben Unfälle mit Maschinen dieses Typs. Zuletzt setzte eine Maschine 2010 in Venezuela vor der Landebahn auf. 17 von 51 Menschen an Bord seien ums Leben gekommen. Trigana Air steht in der Europäischen Union auf der Schwarzen Liste und darf europäische Flughäfen nicht anfliegen. Seit der Gründung des Unternehmens 1991 kam es laut Daten des Aviation Safety Network zu 14 größeren Zwischenfällen.  

Indonesien hatte in den vergangenen Jahren erhebliche Probleme mit dem Luftverkehr. In dem Inselstaat mit 250 Millionen Einwohnern steigt die Nachfrage, Fluggesellschaften haben aber Schwierigkeiten, genug qualifizierte Piloten, Mechaniker und Fluglotsen zu finden. Von 2007 bis 2009 hatte die Europäische Union indonesischen Fluggesellschaften wegen Sicherheitsbedenken die Landeerlaubnis entzogen. Seit dem Jahr 2000 gab es laut aviation-safety.net 17 Flugunfälle mit jeweils mehr als zehn Toten, davon fünf Unfälle von Militärmaschinen. Zuletzt verunglückte Ende Juni ein Militärflugzeug mit mehr als 100 Menschen an Bord in der Stadt Medan. Ende Dezember stürzte ein Zivilflugzeug der AirAsia auf dem Weg nach Singapur in der Javasee ab.