Nach der Attacke in einem Thalys-Zug nach Paris patrouillieren nun Polizisten in den Hochgeschwindigkeitszügen. Zurzeit seien dies französische Sicherheitskräfte, es werde aber auch erwogen, belgische und niederländische Polizisten einzusetzen, sagte eine Sprecherin der belgischen Bahngesellschaft SNCB. Auch an den Bahnsteigen in Brüssel, wo Thalys-Züge halten, werde Polizei eingesetzt. 

Die belgische Regierung hatte angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen in Zügen und Bahnhöfen zu verstärken. Noch am Wochenende sollten die französisch-belgischen Patrouillen in den Thalys-Zügen sowie an den internationalen Bahnhöfen in Kooperation mit der örtlichen Polizei verstärkt werden, teilte das Büro von Ministerpräsident Charles Michel nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats mit. Auch die Gepäckkontrollen würden ausgeweitet.

Michel hatte noch am Freitagabend mit Frankreichs Präsident François Hollande telefoniert und vereinbart, die Kooperation im Sicherheitsbereich zu verstärken. Laut seinem Büro reisten zwei Ermittler nach Frankreich, während die belgische Staatsanwaltschaft eigene Ermittlungen zu dem Angriff aufnahm.  

Angreifer reiste nach Belgien und in die Türkei

Am Freitagabend hatte ein Mann in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris mehrere Schüsse abgegeben. Der 26-jährige Marokkaner war mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser bewaffnet und stieg in Brüssel in den Thalys ein. Zwei US-Soldaten und ein befreundeter Student überwältigten den Angreifer.

Der Schütze wird derzeit von der SDAT-Einheit der französischen Polizei, die sich der Terrorismusbekämpfung widmet, in Levallois-Perret (Hauts-de-Seine) unweit von Paris vernommen. Offenbar hat er sich zeitweise auch in Deutschland aufgehalten. Der Verdächtige sei am 10. Mai 2015 in Berlin gewesen, verlautete aus französischen Ermittlerkreisen. Von dort aus sei er in die Türkei weitergereist. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um einen 26-jährigen Marokkaner, der als radikaler Islamist bekannt war.

Nach Angaben spanischer Anti-Terror-Ermittler hatte der Mann ein Jahr im südspanischen Algeciras gelebt, bevor er 2014 nach Frankreich zog. Von dort sei er nach Syrien gereist, dann aber nach Frankreich zurückgekehrt. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte dagegen, der Verdächtige habe 2014 in Spanien gelebt und das laufende Jahr in Belgien verbracht. Demnach wurden die französischen Behörden von ihren Kollegen in Spanien gewarnt, der Mann sei ein radikaler Islamist.