Fast eineinhalb Jahre nach dem Verschwinden von Flug MH370 könnte es bald Gewissheit geben: Der erste Gegenstand, der bereits in der vergangenen Woche auf der Insel La Réunion gefunden worden war, ist nun eindeutig zugeordnet worden.

Der malaysische Verkehrsminister sagte, das Wrackteil sei durch französische Behörden, den Flugzeugbauer Boeing, die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde sowie die malaysische Luftverkehrsbehörde als Flügelklappe einer Boeing 777 identifiziert worden. Das ist der Flugzeugtyp von MH370 der Malaysia Airlines. Es war in dem Ort Saint-André angeschwemmt worden und ist mittlerweile nach Frankreich gebracht worden. Dort soll es ab Mittwoch in einem Labor in Toulouse untersucht werden.  

Am Sonntag hatten zudem Meldungen für Aufregung gesorgt, ein zweites Trümmerteil sei entdeckt worden. Nach näherer Untersuchung teilte die malaysische Luftfahrtbehörde jedoch mit, bei dem Metallteil mit den rätselhaften Schriftzeichen handele es sich um Überbleibsel einer haushaltsüblichen Leiter.

Die lokale Zeitung von La Réunion, Journal de l'île de La Réunion, berichtete von einer erhöhten Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Spaziergänger würden mittlerweile bei beinahe jedem an den Strand gespülten Metallteil denken, es handele sich um Teile des vermissten Flugzeuges.

Das zweite auf La Réunion gefundene Trümmerstück © Richard Bouhet/​AFP/​Getty Images


Suche auch auf anderen Inseln

Angesichts des Fundes sind auch Beamte anderer Inseln im Indischen Ozean alarmiert: Jean Attala von der Küstenwache der Seychellen sagte, es gebe zwar keine organisierte Suchaktion nach weiteren Trümmerteilen, man halte aber aufmerksam Ausschau.

Ermittler gehen davon aus, dass Flug MH370, der eigentlich von Kuala Lumpur nach Peking führen sollte, im südlichen Indischen Ozean abstürzte – möglicherweise westlich der australischen Stadt Perth, etwa 4.000 Kilometer von der jetzigen Fundstelle entfernt. Meeresforscher halten es für  möglich, dass die Trümmer in den vergangenen 16 Monaten eine solche Strecke zurückgelegt haben könnten. Strömungen und Winde könnten schwimmende Teile bereits in einem Jahr bis zu 6.000 Kilometer weit über den Indischen Ozean transportieren.

Das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord war am 8. März 2014 vom Radar verschwunden. Es flog danach noch sieben Stunden Richtung Süden, wie automatische Satellitensignale nahelegten. Ermittler gehen bislang davon aus, dass die Maschine abstürzte, als der Treibstoff ausging. Niemand weiß, was an Bord passierte. Zwei Drittel der Passagiere stammten aus China.