Nepalesen können in ihre Reisepässe künftig statt männlich und weiblich ein drittes Geschlecht eintragen lassen. In dem Dokument steht dann ein O für "other" – also "andere". Ähnliche Regeln existieren bereits in Australien und Neuseeland.   

Der erste nepalesische Reisepass mit einem O ging an Monica Shahi, die in ihrem Pass noch mit ihrem männlichen Namen Manoj identifiziert wird. "Ich hoffe, dass wir eine Botschaft aussenden, die (sexuelle) Minderheiten überall auf der Welt unterstützt", sagte Shahi bei der Übergabe ihres Passes in Kathmandu.

Shahi forderte die nepalesische Regierung dazu auf, nun auch Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern zuzulassen. Nepal ist in Asien Vorreiter bei der Anerkennung von Rechten sexueller und geschlechtlicher Minderheiten.

In Australien hatte das Oberste Gericht des Landes im April 2014 entschieden, neben dem weiblichen und dem männlichen auch ein neutrales Geschlecht rechtswirksam in den Behörden zuzulassen. Als Geschlechtsangabe können die Australier seither "non-specific" (unbestimmt) angeben.

In Deutschland gilt seit November 2013 ein zusätzlicher Passus des Personenstandgesetzes. Demnach wird ein intersexuelles Kind, das also nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann, ohne Angabe des Geschlechts in das Geburtenregister eingetragen. Allerdings existiert das  Geschlecht "neutral" beziehungsweise "unbestimmt" juristisch nicht. Interessenverbände kritisieren dies.

Bei intersexuellen Menschen sind nicht alle geschlechtsbestimmenden Merkmale wie Chromosomen, Hormone, Keimdrüsen oder äußere Geschlechtsorgane eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen.