Der Vorsitzende der kroatischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Zadar, Želimir Puljić, hat ein Referendum über den Gruß der Faschisten im Zweiten Weltkrieg vorgeschlagen. Über die Wiedereinführung des Grußes innerhalb der Armee des Landes solle in einer Volksabstimmung entschieden werden, schlug das geistliche Oberhaupt vor. Der Gruß war von den mit Hitler-Deutschland verbündeten kroatischen Ustascha-Faschisten genutzt worden und ist seitdem verboten. Er lautet "Za Dom – Spremni!", was so viel bedeutet wie "Für die Heimat – Bereit!", und wurde spätestens ab der Annäherung an das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland mit erhobenem rechten Arm ausgesprochen. Einige Würdenträger der katholischen Kirche sympathisierten offen mit der Ustascha. 

Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarović hatte in dieser Woche die Initiative einer Gruppe von konservativen Politikern zur Wiedereinführung des faschistischen Grußes in der Armee abgelehnt. Bei Fußballspielen wird er immer wieder skandiert. Internationale Sportverbände hatten zum Teil dafür drastische Strafen verhängt.

Im Juni war während des EM-Qualifikationsspiels gegen Italien in Split ein im Rasen eingebranntes Hakenkreuz zu sehen. Das Spiel war aufgrund von rassistischen Gesängen beim Spiel gegen Norwegen kurz zuvor bereits zur Strafe ohne Zuschauer ausgetragen worden. Danach war ein Ausschluss der kroatischen Mannschaft von der EM diskutiert worden. Kroatien ist seit 2009 Mitglied der Nato und seit 2013 in der EU.