Die wachsende Zahl von Flüchtlingen macht Menschen in Ostdeutschland größere Sorgen als im Westen. Fast jeder zweite Befragte aus den neuen Bundesländern (46 Prozent) gab im ARD-Deutschlandtrend an, dass ihm dies Angst mache. In Westdeutschland sagten das nur 36 Prozent. Deutschlandweit hat aber die große Mehrheit keine Angst (59 Prozent).

Unterschiede gibt es auch mit Blick auf die Erwartungen an die Folgen der Zuwanderung. Fast die Hälfte der westdeutschen Befragten sagte, dass sie Zuwanderung allgemein als eher vorteilhaft für Deutschland sehe, 29 Prozent befürchten eher Nachteile. Im Osten des Landes ist das Bild nahezu umgekehrt: Hier ist nur gut ein Drittel der Ansicht, dass die Vorteile überwiegen, 45 Prozent sehen Zuwanderung eher als Nachteil.

Fast alle Befragten sprechen sich für eine europaweite Quote zur Verteilung von Asylbewerbern aus. 85 Prozent wollen legale Einreisemöglichkeiten schaffen, mehr als die Hälfte lehnt Grenzkontrollen ab.    

Mehrheit lehnt Merkels Handeln ab

Unzufrieden äußern sich viele Umfrageteilnehmer über das Verhalten der verantwortlichen Politiker. Mehr als die Hälfte sagt, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe in der Frage nicht angemessen gehandelt, 37 Prozent finden ihr Verhalten richtig. Innenminister Thomas de Mazière (CDU) erhält noch weniger Zustimmung zu seiner Flüchtlingspolitik: Nur 27 Prozent halten sein Handeln für angemessen.

Das Engagement von Privatleuten für Flüchtlinge finden fast alle Befragten richtig. Jeder zweite Bundesbürger ist der Umfrage zufolge der Ansicht, dass die Behörden nicht genug unternehmen, um Ausländer und Flüchtlinge vor fremdenfeindlichen Übergriffen zu schützen. Zuletzt hatten unter anderem rechte Krawalle vor einem Flüchtlingsheim im sächsischen Ort Heidenau für Aufsehen gesorgt. Mehrfach gab es Brandanschläge auf geplante Unterkünfte. 87 Prozent der Befragten gaben an, sich für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge zu schämen.

Das Institut Infratest dimap hatte im Auftrag des Senders Anfang dieser Woche 1.001 Menschen befragt. Hier finden Sie alle Ergebnisse der Umfrage.