Die Zahl der Opfer rechter Gewalt ist gestiegen. Im Juli zählte das Bundeskriminalamt 76 Gewalttaten von Rechten, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verdoppelung bedeutet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktionen von Union und SPD hervor. In der Zahl für Juli sind alle Fälle enthalten, die bis zum 28. August gemeldet worden sind.

Die Zahl der links motivierten Gewalttaten stieg in dem Zeitraum laut BKA von 40 auf 62 Fälle. Bei der "politisch motivierten Ausländerkriminalität" waren die Fälle leicht rückläufig. In diesem Bereich wurden acht Gewalttaten registriert.

Insgesamt sind bis zum 28. August beim BKA für den Juli 1.661 politisch motivierte Straftaten gemeldet worden, darunter 166 Gewalttaten und 719 Propagandadelikte. In diesem Zusammenhang wurden 854 Tatverdächtige ermittelt. 31 von ihnen seien vorläufig festgenommen worden, heißt es in der Antwort.

Laut dem Jahresbericht des Verfassungsschutzes wurden 2014 insgesamt 990 rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten festgestellt. Das entspricht einer Zunahme von 24 Prozent im Vergleich zu 2013.

Die Zahlen der Behörden werden immer wieder als unzureichend kritisiert. Hintergrund ist, dass zivile Beratungsstellen regelmäßig mehr Übergriffe und Gewalttaten zählen. Sogar bei der Anzahl der Todesfälle gibt es drastische Diskrepanzen

"Es gibt Grund zu der Annahme, dass die bisher vorgelegten Fallzahlen nur einen Bruchteil der rechts motivierten Kriminalität in Deutschland widerspiegeln", hatte die Obfrau der Grünen-Fraktion im Bundestagsinnenausschuss, Irene Mihalic, zur Veröffentlichung der BKA-Zahlen für 2014 gesagt. Man müsse daher davon ausgehen, dass die Polizei bei der "Analyse rechtsextremer Gewalttaten" immer noch nicht richtig arbeite. Zudem gelten in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Leitlinien, wann eine Straftat als extremistisch gewertet wird.