Papst Franziskus hat die milliardenschweren Waffenlieferungen und die Todesstrafe in den USA scharf kritisiert. In der ersten Rede eines Papstes vor dem US-Kongress sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche, die Todesstrafe, die in 31 der 50 US-Bundesstaaten nach wie vor legal ist, gehöre abgeschafft. Jedes Leben sei heilig. Die Gesellschaft könne nur davon profitieren, diejenigen zu rehabilitieren, die wegen Verbrechen verurteilt worden seien.

Der Export von Waffen an Akteure, die planten, "Einzelnen und Gesellschaften unsägliches Leid zuzufügen", geschehe einfach um des Geldes willen, sagte er. "Für Geld, das von Blut – oft unschuldigem Blut – trieft." Die USA werden für ihre Rolle als weltweit führender Exporteur von Waffen oft stark kritisiert. Franziskus forderte, das "beschämende und schuldhafte Schweigen" über Waffenlieferungen zu beenden. Es sei eine "Pflicht, dem Problem entgegenzutreten und den Waffenhandel zu stoppen".

Angesichts der weltweiten Flüchtlingskrise forderte der Papst eine "menschliche, gerechte und brüderliche" Reaktion. "Wir dürfen nicht über ihre Anzahl aus der Fassung geraten, sondern müssen sie vielmehr als Personen sehen, ihnen ins Gesicht schauen", sagte Franziskus. Die "Flüchtlingskrise, die ein seit dem Zweiten Weltkrieg unerreichtes Ausmaß angenommen hat", stelle die Welt vor große Herausforderungen. 

Der Pontifex verurteilt in seiner Rede vor dem US-Kongress die Todesstrafe und spricht Themen wie die Flüchtlingskrise und Waffenlieferungen in Konfliktgebiete an.

Mit einem Verweis auf den vor 150 Jahren ermordeten US-Präsidenten Abraham Lincoln, einen "Hüter der Freiheit", warnte Franziskus vor Extremismus, Einschränkungen bürgerlicher Freiheit und vor Versuchen, die Welt in Gerechte und Sünder zu unterteilen.

Papst fordert besseren Klimaschutz

Auch den Umweltschutz sprach Franziskus in der gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus an. Der Moment für "mutige Handlungen und Strategien" sei gekommen, um die schwerwiegendsten Auswirkungen der durch menschliches Handeln verursachten Umweltschädigung zu vermeiden, sagte der Papst. "Ich bin überzeugt, dass wir etwas verändern können, und habe keinen Zweifel, dass die Vereinigten Staaten – und dieser Kongress – dabei eine wichtige Rolle zu spielen haben."

Zuletzt hatte Franziskus ebenso wie US-Präsident Barack Obama verstärkt auf die Herausforderungen des Klimawandels hingewiesen. Im US-Parlament sperren sich die Republikaner allerdings gegen Obamas Klimaschutzinitiativen.

Die Rede vor den Abgeordneten und Senatoren galt als ein Höhepunkt des fünftägigen Programms in den USA. Papst Franziskus ist das erste katholische Kirchenoberhaupt, das auf dem Kapitol sprechen durfte.

Reden vor Parlamenten gehören nicht zum Standardprogramm bei Papstreisen. Johannes Paul II. sprach während seiner Amtszeit 1999 vor dem polnischen Sejm und 2002 vor dem italienischen Abgeordnetenhaus. Benedikt XVI. hielt 2011 eine Rede vor dem deutschen Bundestag. Franziskus wandte sich bislang erst einmal an eine parlamentarische Versammlung, an das Europaparlament in Straßburg. Dort sprach er 2014.