In der Nacht hat es in einem Wohngebäude im thüringischen Gerstungen gebrannt. Das Gebäude steht noch leer, baldmöglichst sollten dort Asylbewerber einziehen. Verletzt wurde niemand. Der Schaden beträgt einer ersten Schätzung zufolge 25.000 Euro. Die Kriminalpolizei geht laut MDR von Brandstiftung aus und sucht die Täter.  

Die Eigentümerin wollte das unvermietete Haus als Wohnquartier für Asylbewerber zur Verfügung stellen. Nachdem die Frau dies am 1. September auf Facebook angekündigt hatte, erhielt sie neben viel Zustimmung und auch teils ausländerfeindliche Kommentare. Unter anderem warf man ihr indirekt vor, sie bereichere sich, da sie pro Tag und Flüchtling 22 Euro erhalte, was sie zurückwies.

In dem Ort hatte sich eine Bürgerwehr gegründet, zu der laut ihrer Selbstdarstellung "ganz normale Bürger unserer Gemeinde und Umgebung" gehören, deren "Vertrauen in die Sicherheitskräfte erschüttert wurde". Ihre Mitglieder geben sich gegenseitig Hinweise auf mögliche Straftaten und Straftäter. Man wolle sicher leben können und gehöre zu keiner politischen Richtung, heißt es zur Begründung.

Ihr Sprecher nannte der Süddeutschen Zeitung jedoch die wachsende Zahl von Asylbewerbern als Grund für eine angebliche Zunahme von Kriminalität und Bettelei: "Es kommen ja immer mehr Menschen zu uns, vor allem junge Männer."

Insgesamt gab es in Thüringen seit Anfang des Jahres bereits 22 Angriffe auf Asylunterkünfte. Erst Anfang der Woche hatte in Rockensußra eine geplante Flüchtlingsunterkunft gebrannt, kurz darauf in Bleicherode.