Das Feuer sei in der Nacht ausgebrochen, sagte ein Sprecher der Polizei in Heilbronn. Die Feuerwehr rückte mit einem großen Aufgebot an und löschte die Flammen. Verletzte gab es nicht. Laut einer Sprecherin der Stadt ist das Gebäude jetzt einsturzgefährdet und nicht mehr nutzbar. An der Rückseite der Halle fanden Polizisten Spuren, die auf einen Einbruch hindeuten. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein, gab aber vorerst keine Details bekannt.

Der Oberbürgermeister von Wertheim, der CDU-Politiker Stefan Mikulicz, sagte, er sei bestürzt und betroffen. Wie der SWR berichtete, hatte Mikulicz einen Hilferuf an die Landesregierung gerichtet. Es drohe der Kollaps, warnte er. Die ehrenamtlichen Hilfskräfte seien bei der Betreuung einer bereits bestehenden Notunterkunft "mit ihren Kräften absolut am Ende". Bei einem Besuch von Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sagte er demnach: "Ich rate dringend davon ab, die Halle zu belegen, da wir von der Stadt nicht für die Sicherheit garantieren können." Es sehe dort schlecht aus mit der Gesundheitsversorgung und Verpflegung.

Nach dem Brandanschlag sollen vorerst keine weiteren Schutzsuchenden in die Kleinstadt gebracht werden. "Es kommen keine weiteren Flüchtlinge nach Wertheim, da es die Notunterkunft nicht mehr gibt", sagte der zuständige Stabsstellen-Chef der Landesregierung, Hermann Schröder, in der Stadt.

Wertheim mit seinen 22.500 Einwohnern hat überproportional viele Flüchtlinge zugewiesen bekommen. 600 Migranten kamen in einem Ortsteil mit 900 Einwohnern unter. 400 weitere Schutzsuchende sollten noch ankommen.