Mexikanische Sicherheitskräfte haben sechs Fluchthelfer des Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán festgenommen. Unter den Verdächtigen sei auch der Schwager des im Juli aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochenen Chefs des Sinaloa-Kartells, sagte die mexikanische Generalstaatsanwältin Arely Gómez. Er habe den Bau des Tunnels überwacht, durch den Guzmán damals flüchten konnte. Zudem sei ein Pilot festgenommen worden, der den Drogenbaron in sein Versteck geflogen hatte.

Die spektakuläre Flucht des Drogenbosses aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel hatte die mexikanische Regierung im Juli in große Erklärungsnot gebracht. Anfang Oktober entkam der 58-Jährige erneut seinen Verfolgern. Guzmán konnte fliehen, als Soldaten sein Versteck auf einer Ranch im Nordwesten Mexikos angriffen. Der Drogenboss wurde bei dem Zugriffsversuch am Bein und im Gesicht verletzt.

Guzmán war 1993 bereits einmal in Guatemala festgenommen worden. 2001 gelang ihm aber die Flucht aus einem Gefängnis im Westen Mexikos. 2014 ging er den mexikanischen Behörden nach 13-jähriger Fahndung erneut ins Netz. Nach der Flucht im Juli nahmen die Behörden bereits mehr als ein dutzend Verdächtige fest, unter ihnen Wachleute und Verantwortliche des Gefängnisses sowie die damalige Leiterin der mexikanischen Gefängnisverwaltung.