Bei dem schweren Erdbeben in Afghanistan und Pakistan sind nach ersten Erkenntnissen der Behörden in beiden Ländern mindestens 149 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Die pakistanischen Behörden bestätigten bislang 118 Tote, in Afghanistan wurden nach Angaben der Regierung mindestens 31 Menschen getötet. Am schwersten betroffen sind der Nordosten Afghanistans und der Norden Pakistans.

Allein zwölf Schülerinnen starben bei einer Massenpanik in der nordafghanischen Stadt Taloqan. Auch unter den Toten in Pakistan waren acht Kinder. Eine Tote ermittelten die Behörden in der nordwestpakistanischen Stadt Peschawar, dort stürzten nach offiziellen Angaben zahlreiche Gebäude ein.

Das Bebenzentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nahe der afghanischen Stadt Dschurm in der nordöstlichen Hindukusch-Region in einer Tiefe von 213,5 Kilometern. Die Region ist das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan.

Mindestens eine Minute lang bebte die Erde. Die Stärke wurde mit 7,5 angegeben, teilte das GeoForschungsZentrum in Potsdam mit.

Das Beben war auch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu spüren. Dort schwankten Bürogebäude. Angestellte rannten in Panik auf die Straßen.

Im nordindischen Kaschmir brachen die Handynetze zusammen. Die Erschütterungen waren bis ins indische Neu-Delhi und in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren, auch dort wankten Gebäude. In Kabul verursachte das Erdbeben Stromausfälle. Berichte über große Schäden gab es von dort nicht.

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi sagte den betroffenen Regionen Unterstützung zu – dies gelte auch für Afghanistan und Pakistan, schrieb er auf Twitter.

Erst im April starben bei einem großen Himalaya-Erdbeben fast 9.000 Menschen. Das Zentrum des Bebens lag in Nepal, es hatte die Stärke 7,8.