In zwei Flüchtlingsunterkünften ist es zu Massenschlägereien gekommen. In einem Erstaufnahmelager in Hamburg kam es laut Polizei zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Albanern und Afghanen. Etwa 60 Flüchtlinge seien in dem Lager im Stadtteil Wilhelmsburg aufeinander losgegangen. Einige seien mit Eisenstangen bewaffnet gewesen, zudem hätten Zeugen ausgesagt, dass ein Flüchtling auch eine Schusswaffe gehabt habe, sagte ein Polizeisprecher.

In den oft überfüllten Flüchtlingslagern ist es in Deutschland schon wiederholt zu Gewaltausbrüchen gekommen, so im hessischen Calden oder auf dem Leipziger Messegelände. 

Fünf Flüchtlinge seien bei der Schlägerei am Dienstagabend verletzt worden, einer habe einen Stich in den Arm bekommen und sei ins Krankenhaus gebracht worden. Ob es sich um einen Messerstich handelte, war zunächst unklar. Die Polizei sei mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen, um die streitenden Afghanen und Albaner zu trennen, sagte der Sprecher. Drei Männer wurden in Gewahrsam genommen. Schusswaffen oder Messer seien zunächst nicht gefunden worden.

Nachdem es der Polizei gelungen war, die Schlägerei zu beenden, habe kurz darauf noch ein Zelt gebrannt, sagte der Sprecher. Zwei Personen seien dabei durch Rauch verletzt worden. Ob es einen Zusammenhang mit der Schlägerei zuvor gab, war zunächst unklar. Es habe dort nach Drogen gerochen, sagte der Polizeisprecher. Vorausgegangen war offenbar ein erster Streit am Nachmittag, wie der Polizeisprecher sagte. Die Polizei sei auch da bereits eingeschritten. Am Abend sei der Streit dann wieder aufgeflammt. Worum es genau ging, war laut Polizei zunächst unklar. Am späteren Abend habe sich die Lage dann beruhigt, Polizei sei jedoch weiter vor Ort.

In der Landesaufnahmebehörde des Landes Niedersachsen in Braunschweig ist es ebenfalls zu einer Auseinandersetzung gekommen. Etwa 300 bis 400 Flüchtlinge zweier Nationalitäten waren nach Polizeiangaben beteiligt. Der Streit brach demnach zwischen Algeriern und Syrern wegen gestohlener Gegenstände aus. Verletzte gab es keine. Nach anderthalb Stunden konnte die Polizei mit rund 60 Beamten die Situation beruhigen. Ein Mann wurde festgenommen, der am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden soll.