Mehr als 10.000 Menschen haben weitgehend friedlich in Köln gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Gruppierung Hooligans gegen Salafisten (Hogesa) demonstriert. Etwa 1.000 Demonstranten aus dem rechten Spektrum kamen auf dem Barmer Platz im Stadtteil Deutz zusammen. Um auf den Platz zu gelangen, mussten die Teilnehmer ihre Taschen auf Waffen, Flaschen und Alkohol durchsuchen lassen. Die Polizei trennte Demonstranten und Gegendemonstranten mit einem Großaufgebot von 3.500 Beamten voneinander und riegelte den Barmer Platz ab.

Unter den Gegendemonstranten war die Stimmung zumeist entspannt. Auf Bannern und Transparenten war "Kein Mensch ist illegal" oder "Refugees welcome" zu lesen. Unter dem Motto "Schützt Flüchtlinge und Menschenwürde" hatte ein Bündnis aus mehr als 50 Gruppen und Vereinen einen "Anti-Hogesa-Aktionstag" mit Kulturprogramm und Kundgebungen organisiert. Am späten Sonntagnachmittag löste sich die Hogesa-Kundgebung langsam auf.

Nur vereinzelt war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Nach einer Schlägerei von Gegendemonstranten und Hooligans etwa waren nach Angaben der Bundespolizei vor dem Beginn der Demonstration fünf Hooligans im Bahnhof Köln Messe/Deutz leicht verletzt worden. Zwei der Angreifer wurden festgenommen. Auch setzte die Polizei Wasserwerfer gegen linke Demonstranten ein; sie hatten die Beamten mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Bei Steinwürfen auf ein Polizeiauto wurde ein Beamter zudem durch Glassplitter leicht verletzt, wie die Kölner Polizei mitteilte.

Ein Sprecher der Gegendemonstranten erinnerte bei der Kundgebung an die Messerattacke auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am 17. Oktober. Zu dem offenbar fremdenfeindlich motivierten Attentat habe auch das Gedankengut der Hogesa beigetragen, sagte er. Reker war am Tag vor ihrer Wahl von einem offensichtlich rechtsextremen Attentäter schwer verletzt worden und musste notoperiert werden.

Die Organisatoren der Kundgebung von Hooligans und Rechten hatten zunächst einen Demonstrationszug und eine Kundgebung unter dem Motto "Köln 2.0 – friedlich und gewaltfrei gegen islamistischen Extremismus" angemeldet. Die Polizei untersagte beides und verwies dabei auch auf die Ereignisse im vergangenen Jahr. Im vergangenen Oktober hatte es schwere Krawalle gegeben. Dabei waren rund 50 Polizisten verletzt worden.