Beim Unglück eines Ausflugsbootes vor der Westküste Kanadas sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben sank das mit 27 Menschen besetzte Boot bei einer Walbeobachtungstour am Sonntag vor Vancouver Island. Einsatzkräfte konnten 21 Passagiere in Sicherheit bringen, wie ein Sprecher der Rettungsteams dem Sender CBS News am Montag sagte. Ein Mensch wurde noch vermisst.

Das Unglück ereignete sich nahe der Stadt Tofino. Der Urlauberort liegt am westlichsten Zipfel von Vancouver Island nahe dem Unesco-Biosphärenreservat Clayoquot Sound. Das Gebiet ist bei Tierfreunden beliebt, weil hier im Oktober vor allem Grauwale, aber auch Buckelwale auf ihrem Weg nach Süden vorbeiziehen. Für Sonntag war gutes Wetter angekündigt gewesen.

Die kanadische Transportbehörde kündigte eine Untersuchung des Unglücks an. Bei dem Boot handele es sich um die Leviathan II. des Betreibers Jamie's Whaling Station & Adventure Centers. Dessen Angaben im Internet zufolge ist das Boot 20 Meter lang, hat drei Decks und kann bis zu 46 Menschen aufnehmen. "Über die Jahre haben wir Tausende Menschen bei ähnlichen Wetterbedingungen wie heute bei diesen Trips hinausgefahren", sagte John Forde, der ein anderes Bootsunternehmen leitet. "Ich habe keine Ahnung, was da geschehen ist."

Viele Grauwale legen zweimal im Jahr die insgesamt etwa 16.000 Kilometer lange Wanderung entlang der amerikanischen Westküste zurück. Im Frühling ziehen sie von den warmen Gewässern vor Baja California nach Norden bis hinauf in die Beringsee, um sich dort Fettreserven für die Wintermonate anzulegen. Dann ziehen sie wieder nach Süden, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die Walbeobachtungs-Touren vor Tofino sind deshalb besonders im März und Oktober beliebt, sie dauern etwa zwei bis drei Stunden.