Afghanische Mitarbeiter der in Kundus tätigen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erheben einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber. Wie die Berliner Zeitung berichtet, sollen die GIZ-Verantwortlichen rund zwei Dutzend lokale Mitarbeiter am Tag der Erstürmung von Kundus durch die Taliban ihrem Schicksal überlassen haben, obwohl mit Racheakten der Islamisten zu rechnen gewesen sei. Die afghanischen Mitarbeiter sind demnach überzeugt, dass sie und ihre Familien nur durch Zufall überlebt hätten.

Die GIZ wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Auf Anfrage erklärte sie der Zeitung, dass sie sich nicht "zu Details unseres Sicherheitskonzeptes" äußern könne. Mit den nationalen Mitarbeitern sei sie in regelmäßigem Kontakt.

Die radikalislamischen Taliban hatten Kundus Ende September in einer Blitzoffensive erobert. Die afghanischen Sicherheitskräfte konnten die Stadt erst nach mehreren Tagen mit internationaler Unterstützung zurückerobern. Am vergangenen Dienstag erklärte die Miliz schließlich ihren Rückzug.