Der frühere Sportstar Oscar Pistorius darf das Gefängnis im südafrikanischen Pretoria verlassen. Das habe eine Bewährungskommission entschieden, teilte die Strafvollzugsbehörde mit. Die "vorzeitige Haftentlassung von Oscar Pistorius ab dem 20. Oktober" sei genehmigt worden, teilte die Kommission mit. Der 28-Jährige soll nach nunmehr einem Jahr in Haft den Rest seiner Strafe im Hausarrest absitzen – so hatten es die Anwälte des Sportlers gefordert.   

Nach südafrikanischem Recht kann eine Gefängnisstrafe nach Ableisten eines Fünftels der Strafe bei guter Führung in Hausarrest umgewandelt werden. Eine im August geplante Haftentlassung des Sportlers hatte der Justizminister im letzten Moment blockiert.

Pistorius hatte seine Freundin Mitte Februar 2013 erschossen. Im Oktober 2014 war er dafür wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Doch die Staatsanwaltschaft strebt eine noch höhere Strafe an und will eine Verurteilung wegen Mordes erreichen. Im November wird der Strafprozess deshalb neu aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft wirft Pistorius vor, seine Freundin nach einem Streit vorsätzlich durch die Toilettentür seines Hauses erschossen zu haben. Der beinamputierte Pistorius hatte dagegen stets beteuert, er habe hinter der Tür mitten in der Nacht einen Einbrecher vermutet und aus Angst geschossen.